Wirtschafts­bund-Stellenmonitor.

Zeitverlauf Arbeitsmarkt

Über diese interaktive Grafik:
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Der gesamte Stellenmonitor in einer ausführlichen Version steht unten als PDF zum Download bereit.

Chart by Visualizer
  • offene Stellen lt. Wirtschaftsbund
  • offenen Stellen lt. AMS
  • Arbeitslosenanzahl lt. AMS * exkl. Schulungsteilnehmer

Den aktuellen Stellenmonitor finden Sie hier:

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ÜBER DEN WB-STELLENMONITOR

Für eine effiziente Arbeitsmarktpolitik ist es notwendig zu wissen, wie viele offene Stellen in Österreich zur Verfügung stehen. Eine Quelle ist das AMS, das regelmäßig offene Stellen veröffentlicht: Da viele Ausschreibungen jedoch online erfolgen und nicht dem AMS gemeldet werden, scheinen nicht alle offenen Stellen in der Statistik des AMS auf.

Der Österreichische Wirtschaftsbund wollte deshalb herausfinden, wie viele offene Stellen es in Österreich wirklich gibt. Zu diesem Zweck wurde das IT-Unternehmen „Lorem Ipsum“ beauftragt, online ausgeschriebene Stellen mittels eines Softwareprogramms zu zählen. Der WB-Stellenmonitor liefert somit erstmals harte Zahlen nach Branchen und Bundesländer und ermöglicht ein realistisches Bild der Arbeitsmarktsituation.

ABLEITUNGEN AUS DEN ERGEBNISSEN

Die präsentierten Ergebnisse zeigen deutlich, dass die offenen Stellen weit über der bisher angenommenen Zahl liegen. Es gibt demnach keinen Mangel an Jobmöglichkeiten, vielmehr leiden unsere Betriebe unter einem Arbeitskräftemangel, das Wirtschaftswachstum wird gebremst und der Aufschwung nach Corona gefährdet. Im Detail lassen sich folgende Schlussfolgerungen treffen:

Es gibt mehr als doppelt so viele offene Stellen als bisher angenommen
Es zeigt sich, dass die AMS-Statistik nur einen Teil der offenen Stellen in Österreich ausweist. Wenn man die relevanten Online-Jobportale mitzählt und um Duplikate bereinigt, ergeben sich mehr als doppelt so viele offene Stellen als bisher angenommen.

Auf einen Arbeitssuchenden kommt eine offene Stelle
Wenn man die tatsächliche Gesamtzahl der offenen Stellen berücksichtigt, kommt man pro Arbeitssuchenden auf eine offene Stelle. Es gibt in Österreich mehr offene Stellen, als die Landeshauptstädte Salzburg und Klagenfurt zusammen Einwohner haben.

Der Arbeitskräftemangel schädigt das Wirtschaftswachstum
Der Arbeitskräftemangel ist aber kein isoliertes Problem der betroffenen Mitarbeiter und Betriebe, auch die Allgemeinheit hat dadurch Nachteile. Das Wirtschaftswachstum steigt weniger stark und dem Staat entgehen dadurch Steuereinnahmen in Milliardenhöhe. Bereits 2018 hat eine Studie im Auftrag der WKO berechnet, dass bei 162.000 fehlenden Arbeitskräften der öffentlichen Hand eine Milliarde an Steuereinnahmen entgeht. Konservativ hochgerechnet auf die aktuellen Zahlen entgehen dem Staat dadurch mindestens 1,2 Milliarden Euro.

Der Arbeitskräftemangel belastet Unternehmen und Mitarbeiter gleichermaßen
Der Mitarbeitermangel verhindert, dass unsere Unternehmen den maximalen wirtschaftlichen Erfolg erwirtschaften können – so müssen neue Aufträge teilweise abgelehnt werden, viele Unternehmen können ihrem regulären Betrieb nicht mehr vollständig nachkommen. Zusätzlich haben aktive Mitarbeiter eine höhere Arbeitsbelastung und die Qualität der Leistungserbringung leidet.

JETZT REFORMEN SETZEN UND ZUKUNFT SICHERN

Um unseren Arbeitsmarkt besser für die Zukunft zu rüsten und unsere Wirtschaftsleistung nicht zu gefährden, brauchen wir jetzt die richtigen Weichenstellungen für die Zukunft. Unser gemeinsames Ziel muss es sein, möglichst viele Menschen in Vollbeschäftigung zu bringen. Dazu braucht es Maßnahmen gegen den Arbeitskräftemangel sowie dringend notwendige Arbeitsmarktreformen wie etwa die Änderung der Zuverdienstgrenzen, ein degressiv gestaffeltes Arbeitslosengeld sowie die Erhöhung der Mobilität.