Foto: Mauche

Im Gespräch - Marco Tittler

"Für die kommenden Herausforderungen braucht es innovative Antworten"

Welches Resümee ziehst du aus deiner Tätigkeit in der Wirtschaftskammer?
Zum Resümieren ist es noch etwas verfrüht. Ich freue mich aktuell über das Vertrauen, das mir LH Markus Wallner entgegenbringt, indem er mich für sein Team vorgeschlagen hat. Mein Dank gilt an dieser Stelle auch Wirtschaftsbund-Obmann Hans Peter Metzler für die Unterstützung meiner Person. Unter ihm bin ich Direktor-Stv. geworden. Die Wirtschaftskammer war und ist für mich spannend und lehrreich. Ich hatte den Vorteil, dass ich mich stetig weiterentwickeln konnte, immer wieder neue Herausforderungen gefunden habe und mit diesen auch wachsen konnte. 

Du hast einige Stationen in der Wirtschaftskammer hinter dir. Junge Wirtschaft, Wirtschaftspolitik, Direktion. Hast du das Gefühl, in der WKV kann man gestalten?
Diese möglichkeit besteht auf jeden fall und auf jeder ebene. das ist das schöne an dieser or- ganisation, die zum einen sehr viel bewegen kann und zum anderen sehr viel gestaltungsspielraum gibt. egal, ob fachgruppenebene oder kammer- ebene, jeder bereich hat seine gestaltungsmög- lichkeiten.

du hast intensiven einblick in die kammer. wie schätzt du deinen bisherigen arbeitgeber als partner für den standort ein?

die wirtschaftskammer im speziellen, aber generell die sozialpartner sind unverzichtbare player und gestalter für den wirtschaftsstandort vorarlberg. ich gehe davon aus, dass das auch in


zukunft so sein wird. das hat sich schon in etlichen projekten bewiesen, die die sozialpartner erfolg- reich für vorarlberg umgesetzt haben.

und nun die politik. was reizt dich daran?

ich war mit leib und seele interessenvertreter für die wirtschaft. der reiz ist jetzt, in eine rolle zu kommen, in der man noch mehr gestalten kann. in dieser funktion geht es jetzt darum, den blick auf das große und ganze zu lenken. das wäre eine spannende und sicherlich herausfor- dernde aufgabe.

wie hat dein näheres umfeld auf die nachricht reagiert?

durchwegs positiv. mit sehr viel unterstützung und zuspruch.


wie würdest du die bisherige zusammenar- beit mit der landesspitze definieren?

bei vielen wirtschaftspolitischen themen verbindet mich eine schon länger andauernde berufliche beziehung zu landeshauptmann markus wallner und im speziellen zu landes- statthalter und wirtschaftslandesrat karlheinz rüdisser. diese hervorragende zusammenar- beit würde ich gerne in neuer rolle fortsetzen und somit den erfolgreichen weg der vorarl- berger wirtschaftspolitik weitergehen.

politik hat auch immer ein ablaufdatum. wo siehst du dich in 15 Jahren?

in die politik zu gehen, war nie mein ziel. darauf habe ich nie explizit hingearbeitet. ich wurde nun gefragt, ob ich mir vorstellen kann, im team von markus wallner mitzuarbeiten. das möchte ich für die nächsten fünf jahre - sollte die regierung gewählt werden - sehr gerne machen. eine planung darüber hinaus gibt es nicht. ich sehe es als wertschätzung meiner bisherigen arbeit und als großen vertrauensbeweis. doch zunächst sind die wählerinnen und wähler am wort. sie haben am 13. oktober die möglichkeit, ihren landes- hauptmann zu bestimmen.

was gilt es aus deiner sicht primär in unserem land anzupacken?

in der vergangenheit wurden viele gute entscheidungen getroffen. es liegen zukunfts- fähige konzepte vor. es wird jetzt einerseits darum gehen, diesen weg weiterzugehen, und andererseits braucht es innovative antworten für kommende herausforderungen. beispiels- weise bei themen wie bürokratieabbau, fach- kräfte, verkehr, infrastruktur oder raumpla- nung. für vorarlberg gilt es in den nächsten jahren wichtige entscheidungen zu treffen.

hast du eine vision für vorarlberg?

wir sollten in vorarlberg eine modellregion bauen, in der intakte umwelt, höchste lebens- qualität und erfolgreiche wirtschaft miteinan- der harmonieren. das ist eine zielvorstellung, an der man in den kommenden jahren arbei- ten sollte. das ist es, was mich antreibt und mir mut macht, weil die größte herausforderung darin besteht, dass wir vorreiter sein müssen. da gibt es keine blaupausen, kein „copy and paste“, sondern es wird darum gehen, gemein- sam den weg zu definieren, den vorarlberg in den nächsten jahren gehen möchte.


was macht marco tittler, wenn er nicht beruflich unterwegs ist?

er schaut, dass er einen ausgleich zum ar- beitsleben bekommt, im sport oder in der na- tur. hin und wieder, sofern es die zeit erlaubt, findet man mich am tennisplatz - habe erst wieder angefangen tennis zu spielen – beim laufen oder auch beim wandern.

gibt es da einen lieblingsort?

die natur in vorarlberg ist so schön, da kommen viele orte in frage.

wo und wie findest du die ruhe zum abschalten und energie tanken?

die für mich beste art abzuschalten ist das laufen. gleichzeitig ist das für mich auch ein fokussieren, je nachdem was es braucht. im sommer zieht es mich an den see, ein ganz zentraler ort ist aber der karren, um schnell mal den kopf „auszulüften“. das hilft bei jeder jahreszeit.

was ist für dich erfolg?

erfolg definiert sich unterschiedlich. für mich persönlich ist erfolg, ziele zu definieren, das beste zu geben, anschließend zu resümie- ren und zu hoffen, dass man möglichst viele ziele erreicht hat. wenn du täglich dein bestes gibst, dann stellt sich der erfolg von selber ein. erfolg setzt sich für mich aus einer summe die- ser teile zusammen. auch im sport (fußball, anm. der red.) war es stets auch das resümee aus dem täglichen training. so sehe ich das auch im beruf.

wir würdest du dich selbst beschreiben?

verlässlich, konstruktiv, zielstrebig und ab und zu etwas zu ernst. vielleicht kommt manchmal in der arbeit der humor zu kurz. im privaten aber mit sicherheit nicht.

vielen dank für das gespräch!



Zur Person
Mag. Marco Tittler
geboren 21.10.1976
Ausbildung:
Volksschule Bregenz Schendlingen, Unterstufe Gymnasium Blumenstraße, Oberstufe Handelsakademie Bregenz, Bundesheer Präsenzdienst, Studium Betriebswirtschaft an der WU Wien
Beruflicher Werdegang in der Wirtschaftskammer Vorarlberg:
Beginn 2005: Trainee – Betriebsnachfolge
2006 – 2009: Berater im Gründerservice
2006 – 2014: Geschäftsführer Junge Wirtschaft Vorarlberg
2010 – 2014: Leiter Energiepolitik, Leiter Technologiepolitik
2012 – 2014: Leiter Energie- und Umweltpolitik
seit 2014: Leiter Wirtschaftspolitik
seit 2018: Direktor-Stellvertreter
Div. Tätigkeiten:
- Obmann des Vereins „Förderung der industriellen Forschung“ (Mehrheitseigentümer der V-Research Gmbh)
- Mitglied der Generalversammlung der V-Research Gmbh (für den Mehrheitseigentümer)
- Aufsichtsratsmitglied bei der Wirtschaftsstandort Vorarlberg Gmbh
- Vorstandsmitglied beim Energieinstitut Vorarlberg
- Mitglied im Raumplanungsbeirat
- Mitglied im Umweltschutzbeirat
- Mitglied in div. Plattformen der WKÖ (Strategie, Wirtschaftspolitik, Umweltpolitik etc.) 
- Stv.-Mitglied im Landesdirektorium des AMS
- Div. Beiratstätigkeiten
- Standortanwaltschaft
 



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