März 2017 | VORARLBERGER WIRTSCHAFT

Liebe Leser!

Bei der aktuellen Debatte um die Landesgrünzone, um Naturschutz und Entwicklungsmöglichkeiten der Vorarlberger Wirtschaft geht es nicht allein um unsere großen Unternehmen im Lande. Auch, aber eben nicht nur. Es sind besonders die vielen kleinen und mittleren Betriebe, die sich mehr Flexibilität bei Möglichkeiten der Erweiterung wünschen und die Alternativlösungen brauchen, wenn eine Standortvergrößerung aus wirklich nachvollziehbaren Gründen nicht geht.

Letztendlich ist es zu
einseitig gedacht, den Naturschutz vor die Schaffung
von Arbeitsplätzen zu stellen. Wer hinter einem sol
chen Ansinnen steht, handelt keineswegs zum Wohle
der Menschen in Vorarlberg. 
All' jenen sei eine Aussage 
im koalitionären Arbeitsprogramm Vorarlbergs in Erin
nerung gerufen. Dort heißt
es: „Um längerfristig die Entwicklung der Unternehmen unseres Landes gewährleisten zu können, muss der Sicherung ausreichender Betriebsflächen großes Augenmerk gewidmet werden.“

Gemeinden als auch das Land Vorarlberg gehen seit Jahrzehnten behutsam mit dem knappen Gut Grund und Boden um. Zurecht. Ein völliger Ausschluss jedweder Entwicklungsmöglichkeit war aber bereits den Schöpfern der Landesgrünzone fremd – es sollte immer ein Spielraum bleiben, um eine verträgliche und gedeihliche Entwicklung zu ermöglichen.



Eine solche „Kultur des Ermöglichens“ in unserem Land wie auch eine Versachlichung und Entemotionalisierung der Debatte wäre wünschenswert.

Die Diskussion zeigt aber klar, dass wir eine aktive Bodenpolitik der Kommunen und des Landes dringend brauchen. Dazu gehören auch überörtliche Prozesse mit Land, den Betroffenen und den Gemeinden, die es anzustoßen gilt. Professioneller und strategischer als bisher muss dabei das Credo lauten. Und mit entsprechender Begleitung durch das Land. Denn Arbeitsplätze, Lebensqualität und Wohlstand sind für immer mehr Menschen in unserem Land längerfristig nur dann möglich, wenn die Wirtschaft Möglichkeiten hat, sich weiterzuentwickeln. Man kann nicht selbstzufrieden einen Stillstand ausrufen, ohne daran zu denken, dass die heranwachsenden Generationen zusätzliche Arbeitsplätze und Wohnraum in Vorarlberg brauchen. Die Wirtschaft muss zumindest so wachsen können, wie dies das Bevölkerungswachstum im Land vorgibt. Sonst verlieren wir erfolgreiche heimische Unternehmen und wertvolle Ausbildungs- und Arbeitsplätze. Und nicht zuletzt unseren Wohlstand. Aus Erkenntnis muss daher Haltung und aus Haltung wertschätzendes Verhalten werden.

Es ist an der Zeit miteinander und nicht nur übereinander zu reden. Im Sinne einer konstruktiven Zusammenarbeit für unseren Lebens- und Wirtschaftsraum Vorarlberg!



Hans-Peter Metzler
WB-Obmann


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