VERMEIDUNG VON ANSPRUCHSZINSEN

Jedes Jahr am 1. Oktober beginnt die Frist für die sogenannten Anspruchszinsen zu laufen.

Für die Zeit vom 1. Oktober 2017 bis zur Zustellung des Steuerbescheides 2016 werden vom Finanzamt für Einkommen- und Körperschaftsteuernachzahlungen Anspruchszinsen verrechnet. Sollte sich aus der Veranlagung eine Gutschrift ergeben, werden die Anspruchszinsen auf dem Abgabenkonto gutgeschrieben. Aufgrund des negativen Basiszinssatzes betragen die Anspruchszinsen derzeit 1,38 Prozent pro Jahr. Die Anspruchszinsen können durch eine freiwillige Anzahlung in Höhe der zu erwartenden Steuernachnachzahlung vermieden werden. Daher empfiehlt sich eine Überprüfung der voraussichtlichen Steuernachzahlung. Die freiwillige Anzahlung muss unter der Bezeichnung „E 1-12/2016“ (Einkommensteuer) bzw. „K 1-12/2016“ (Körperschaftsteuer) auf das Finanzamtskonto einbezahlt werden. Die Anspruchszinsen sind steuerlich neutral d.h. die Bezahlung ist nicht als Aufwand absetzbar – Gutschriften sind steuerfrei. Eine Gutschrift von Anspruchszinsen entspricht (unter Berücksichtigung der 27,5-prozentigen Kapitalertragsteuer) somit einer Verzinsung von rd. 1,9 Prozent.

Es gibt noch einen kleinen Zinsvorteil, der beachtet werden sollte. Anspruchszinsen werden erst ab einer Höhe von 50 Euro (Freigrenze) festgesetzt. Dadurch ergibt sich beispielsweise, dass eine Nachzahlung der Einkommen- bzw. Körperschaftsteuer in Höhe von 20.000 Euro bis Anfang Dezember zinsfrei bleibt.



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