GRAFIKEN: OECD

„Wir wollen festhalten, wofür Vorarlberg steht“

Landesstatthalter Karlheinz Rüdisser zum Vorarlberger Markenprozess.

Die OECD hat kürzlich den Bericht „Regions and Cities at a Glance 2018“ veröffentlicht, der eine spannende Grafik zeigt. Die Grafik vergleicht den Anstieg der Produktivität der Bundesländer von 2000 bis 2016. Vorarlberg liegt nicht nur immer deutlich über dem Österreichschnitt, sondern verzeichnet auch den höchsten Zuwachs in diesem Zeitraum. Besonders deutlich wird die Entwicklung im Vergleich mit dem nur noch knapp vor Vorarlberg liegenden Spitzenreiter Wien, der mit einem jährlichen Wachstum von 0,05 Prozent ca. ein Zwanzigstel des Vorarlberger Werts erzielte. Vorarlberg ist auch Spitzenreiter in den Kategorien Einkommen, Gesundheit und Jobs, beim Punkt Sicherheit erreichen neben Vorarlberg mehrere Bundesländer den Höchstwert. 

Karlheinz Rüdisser<br>Landesstatthalter
Karlheinz Rüdisser
Landesstatthalter

Kritiker werden sicher die eine oder andere Statistik finden, die vermeintlich das Gegenteil zum Ausdruck bringt. Wer jedoch schon eine Zeit lang mit offenen Augen durchs Land geht und mit den Unternehmern spricht, wird auch ohne Statistiken feststellen, dass Vorarlberg sich zweifellos sehr gut entwickelt hat.  Auf europäischer Ebene zählt Vorarlberg in vielen Bereichen zu den Top-Regionen. Der Blick auf die Europakarte offenbart aber auch, dass sich um den Bodensee in größerem Umkreis eine auffällig hohe Zahl an wirtschaftlich starken Regionen befindet. Diese Regionen verfügen alle über eine hohe Wirtschaftskraft, sind innovationsstark und bieten allgemein gute Lebensbedingungen. Das wiederum ermöglicht einen intensiven Austausch, wovon Vorarlberg als Exportland besonders profitiert. Seit dem Beitritt zur EU hat sich des Exportvolumen Vorarlbergs mehr als verdreifacht. Dabei entfallen ca. 6,1 Milliarden Euro des gesamten Exportvolumens von rund 10,2 Milliarden Euro auf Exporte in andere EU Länder, weitere 1,6 Milliarden entfallen auf die EFTA Staaten. Vorarlberg profitiert somit überdurchschnittlich vom freien Handel und der heutige Wohlstand wäre wohl ohne diese Entwicklung nicht möglich gewesen. 

Man könnte hier noch eine ganze Reihe weiterer Kennzahlen nennen um die positive Entwicklung zu unterstreichen, gleichzeitig bringt Entwicklung aber auch Veränderung. Eine steigende Bevölkerung braucht Wohnraum, die Arbeitsplätze und Betriebsstätten müssen geschaffen und die Infrastruktur erweitert werden, zudem müssen Räume für Landwirtschaft, Umwelt, Naturräume, Erholung und Freizeit erhalten bleiben. Der Trend wird anhalten, bis 2050 wird eine Bevölkerung von ca. 440.000 Menschen in Vorarlberg prognostiziert. Auch weitere gesellschaftliche Veränderungen, sei es durch Demografie, Klima oder Digitalisierung, zeichnen sich ab. 

Um in diesem Wandel den hohen Lebensstandard, die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und den Wohlstand halten zu können, ist es notwendig als Region und Standort attraktiv zu sein. Im Wettbewerb um Fachkräfte, Unternehmen oder Gäste brauchen wir ein klares Profil und die Fähigkeit, unsere Leistungen und unser Angebot auch über die Grenzen sichtbar zu machen. Fachkräfte und Unternehmen sind mobiler denn je und denken und handeln global. Harte Faktoren wie zum Beispiel Steuern oder Infrastruktur sind natürlich weiterhin wichtig. Jedoch gewinnen weiche Faktoren, wie beispielsweise Freizeitangebot, Bildungsangebot und Lebensqualität, aber auch Kultur und Mentalität immer stärker an Bedeutung. Wir wissen, dass wir bei den weichen Faktoren über hervorragende Voraussetzungen verfügen. Wie eingangs erwähnt, erzielt Vorarlberg regelmäßig Höchstwerte in Kategorien wie Sicherheit, Gesundheit und Lebensqualität. Und ein Blick aus dem Fenster reicht zumeist, um die Vielfalt und Schönheit unserer Region zu erkennen – nicht umsonst besuchen uns statistisch ca. 7.000 Gäste täglich. 

Im Markenprozess geht es darum, unsere Lebensart zu einer Vorarlberger Identität zu verdichten und der Mentalität Ausdruck zu verleihen. Wir wollen festhalten, wofür Vorarlberg steht. Wir rücken nach innen enger zusammen und stärken unser Erscheinungsbild nach außen. Wer sich für Vorarlberg interessiert, bekommt eine klare Vorstellung über unsere Lebensweise. Die Spitzenleistungen werden sichtbar gemacht und auf diese vielfältigen Leistungen können die ansonsten eher als bescheiden geltenden Vorarlberger auch jedenfalls stolz sein. So ein Prozess dauert, eine Marke entsteht nicht über Nacht. Aber auch hier gilt, dass der Weg zumindest teilweise auch das Ziel ist und ich bin sicher, dass hier der Standort und somit wir alle stark davon profitieren werden. 



zurück zur Übersicht Drucken teilen
Diese Website benutzt Cookies um bestmögliche Funktionalität bieten zu können.Ich bin einverstanden