ÖGK unterstützt die Vorarlberger Wirtschaft in Zeiten des Corona-Virus

Im Gespräch mit ÖGK-Landesstellenvorsitzenden Dr. Jürgen Kessler.

Bei ihrem „Amtsantritt“ hätten Sie nicht damit gerechnet....
...hätte ich wahrscheinlich wie die meisten nicht damit gerechnet, welche Herausforderungen auf uns alle zukommen werden.

Die ÖGK hat rasch auf die Krise reagiert?
Ja. Unter Führung der Generaldirektion, dem medizinischen Dienst, den Fachbereichen sowie dem Zentralbetriebsrat wurde rasch eine eigene Arbeitsgruppe Corona eingerichtet. Diese tagt regelmäßig und entwickelt Maßnahmenpakete. Oberste Prämisse lautet die Versorgung unserer Versicherten zu gewährleisten sowie deren Gesundheit und jene unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Diese leisten übrigens (auch hier im Land) eine hervorragende Arbeit.

Wie sieht es mit den Einbringungsmaßnahmen bis Mai 2020 aus?
In den Monaten März, April, Mai erfolgen generell keine Einbringungsmaßnahmen wie Exekutionsanträge oder Insolvenzanträge. Und für coronabedingt verspätete Beitragsgrundlagenmeldungen werden keine Säumniszuschläge vorgeschrieben. Die ÖGK arbeitet mit Hochdruck daran, die Antragseinbringung und Abrechnung möglichst unbürokratisch zu gestalten. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass für die Unternehmen nichts verloren geht, wenn die entsprechenden Anträge nicht umgehend eingebracht werden.

Die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte kämpfen gemeinsam mit den Spitälern an vorderster Front?
Ja. Sie bilden die Speerspitze im Kampf gegen das Virus. Die ÖGK unternimmt in diesen schwierigen Zeiten auch alles, um die medizinische Versorgung, aber auch die Sicherheit der Patientinnen und Patienten sowie der Vertragspartner sicherzustellen und zu unterstützen. Das ist oft auch eine Gradwanderung. Man sieht das zum Beispiel bei den Zahnärzten, die im wahrsten Sinne Auge in Auge mit dem Virus stehen. Wir sind daher in enger Abstimmung mit der Vorarlberger Ärztekammer und versuchen bestmöglich zu unterstützen.

Wie sorgen eigentlich die Ärzte vor?
Ärztekammer-Präsident Michael Jonas hat sehr früh und vorausschauend mit den Vorbereitungen begonnen. Ziel war der „Schutz“ der landesweiten Versorgungsstruktur im niedergelassenen Bereich. Auch Landesrätin Martina Rüscher hat hier enorm mitgeholfen. Wir haben die Einrichtung eigener Infekt-Ordinationen in Dornbirn (Messe) und Bludenz (Landesberufsschule) kurzfristig ermöglicht, in denen Patienten, die behördlich nicht als Verdachtsfall eingestuft werden, jedoch an einem Infekt leiden (Influenza, grippaler Infekt – aufgrund der gleichen Symptome aber evtl. auch nicht diagnostizierte COVID etc.) und daher ein gewisses Ansteckungsrisiko darstellen, gezielt und mit guter Schutzausrüstung behandelt werden können.

Schwierige Zeiten?
Ja. Sehr beanspruchend. Aber auch überwältigend. Es gibt unzählige Heldengeschichten, wie zum Beispiel jene Sammelaktion von Schutzmasken, wo viele kleine Handwerks- und Malerbetriebe in kürzester Zeit über 500 Masken gesammelt haben. Ein herzliches Dankeschön allen, die mitgeholfen haben.

Ein abschließender Tipp?
Bleiben Sie gesund. Und wenn Sie Fragen haben, finden Sie Antworten auch unter www.gesundheitskasse.at/dienstgeber

Vielen Dank für das Gespräch!



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