Diskussion um Raumbild 2030 braucht mehr gegenseitiges Verständnis“

Wirtschaftskammer-Präsident Hans Peter Metzler plädiert für mehr gegenseitiges Verständnis in Fragen der Raumplanung: „Eine richtig verstandene Nachhaltigkeit hat mit einer Balance zwischen wirtschaftlichen Notwendigkeiten und einem verantwortungsvollen Umgang mit der Natur zu tun.“

Um zu begreifen, was Vorarlberg in der Diskussion um das Raumbild 2030 für die Zukunft braucht, sei eben auch ein gegenseitiges Verstehen der jeweiligen Anliegen notwendig. „Die Wirtschaft bringt dieses Verständnis tagtäglich auf, auch von allen anderen ist dies zu erwarten“, betont WK-Präsident Metzler. „Die Landesgrünzone war von Anfang an nicht als Tabuzone konzipiert, die jegliche Entwicklung verunmöglicht, sondern vielmehr als Entwicklungszone. Kommende Generationen werden auf die Landesgrünzone, oder besser Landesentwicklungszone, in einem gewissen Maße zurückgreifen müssen, damit sich der Standort Vorarlberg weiterhin dynamisch entwickeln kann“, stellt Metzler klar, „aber natürlich immer mit Maß und Ziel. Das hat die Wirtschaft in den vergangenen Jahrzehnten bewiesen.“ 

Hans Peter Metzler<br>WKV-Präsident
Hans Peter Metzler
WKV-Präsident

Die Wirtschaft schaue sehr wohl auf die Natur, aber wir eben auch auf die vielen traditionellen Familienbetriebe, deren Wirtschafts- und Wertschöpfungskreisläufe für unser Land entscheidend seien, erklärt Metzler. Solche Firmen, von denen sich viele bereits vor dem Entstehen der Landesgrünzone erfolgreich etabliert haben, in Zukunft in ihrer Weiterentwicklung einzuschränken, sei ein falscher Ansatz. „Es gilt die Balance zwischen den standorttreuen Vorarlberger Betrieben und der Natur zu finden, das ist für mich eine richtig verstandene Nachhaltigkeit“, sagt Metzler und betont weiter: „Diese Balance war immer und ist eine Stärke Vorarlbergs. Ich wünsche mir daher mehr Bereitschaft, Zusammenhänge verstehen zu lernen und nicht nur die eigene Perspektive als die einzig wahre anzunehmen.“ Immer wieder erzeuge man das falsche Bild, Vorarlberg werde zubetoniert. Wer aber offenen Auges durch unser Land fahre, könne den guten Ausgleich zwischen Mensch, Natur und Wirtschaft sehen. Metzler: „Darauf gilt es auch in Zukunft zu achten. Also bitte, mehr Ausgewogenheit und Verständnis füreinander.“

Prozess aktiv mitzugestalten
Der Raumbild-Prozess wurde ganz bewusst transparent und offen gestaltet, erklärt der Landesstatthalter: „Es sollen sich möglichst viele Bürgerinnen und Bürger beteiligen und einbringen, damit hinter dem Ergebnis ein breiter gesellschaftlicher Konsens steht. Der offene fachliche Prozess trägt dazu bei, viele unterschiedliche Zugänge auf Expertenebene zu berücksichtigen.“ Im Kern gehe es darum, gemeinsam Verantwortung für den Erhalt der hohen Lebens- und Standortqualität in Vorarlberg zu übernehmen. Das Raumbild wird nach Abschluss der Begutachtungs- und Konsultationsphase bis Ende 2018 fertiggestellt.

Raumbild Vorarlberg 2030
Seit mehreren Jahren wird vom Land Vorarlberg ein verstärktes Augenmerk auch auf das raumplanerische Gesamtkonzept in Form einer ganzheitlichen, konzeptionellen und strategischen Bearbeitung von raumrelevanten Fragen gelegt. Mit einem landesweiten Entwicklungskonzept wie dem Raumbild Vorarlberg 2030 werden die raumrelevanten Themen nun umfassender abgedeckt, eine vorausschauende, aktive Planung forciert und die Möglichkeiten einer Planung auf gemeindeübergreifender Ebene (z.B. in Regios) stärker genutzt. Das Raumbild Vorarlberg ist also ein strategischer Handlungsrahmen für Politik und Verwaltung sowie für die Koordination zwischen Land, Regionen und Gemeinden. Das betrifft Landesraumpläne, regionale und örtliche räumliche Entwicklungskonzepte (REK), Flächenwidmungspläne und Förderprogramme.  



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