Appell der Wirtschaft an Politik: Kein Wahlkampf auf dem Rücken der Betriebe!

Leitl/Zwazl/Scheichelbauer-Schuster: Eine überstürzte Angleichung von Arbeiter und Angestellten ohne Augenmaß gefährdet den Wirtschaftsstandort Österreich.

„Wahlkampf hin oder her – es kann nicht sein, dass unsere Betriebe zum politischen Spielball werden. Es geht um rund 300 Arbeiter-Kollektivverträge, die mit einem Schlag ausgehebelt werden sollen. Es geht um Mehrkosten für die Betriebe von mindestens 150 bis 300 Millionen Euro. Es geht aber um noch mehr: nämlich das völlig falsche Signal für den gesamten Wirtschaftsstandort“, warnt Wirtschaftsbund-Präsident Christoph Leitl vor überhasteten Wahlzuckerln.

Wirtschaftsbund-Landesgruppen-Obfrau Sonja Zwazl ergänzt: „Es bringt nichts, diese Entscheidung jetzt so einfach übers Knie zu brechen und nur wieder die Betriebe zu belasten. Vielmehr sollte man darüber diskutieren, ob der Begriff ‚Arbeiter‘ noch zeitgemäß ist. Dieser drückt vielfach nicht mehr aus, was unsere hochqualifizierten Fachkräfte heutzutage leisten, es fehlt im Begriff an der entsprechenden Wertschätzung.“

Für den in Summe größten Arbeitgeber, die Bundessparte Gewerbe und Handwerk, mit 666.000 Beschäftigten (davon 430.000 Arbeiter), hält Bundessparten-Obfrau Renate Scheichelbauer-Schuster fest: „Der Faktor Arbeit ist schon jetzt für unsere Betriebe viel zu hoch belastet. Eine unfaire, nicht ausgewogene Angleichung von Arbeitern und Angestellten, wie sie jetzt geplant ist, bürdet den Betrieben noch weitere Kosten auf. Standortnachteile und die Gefährdung von Jobs in Österreich sind die Folge, denn Unternehmen könnten auf Leiharbeit oder Entsendungen ausweichen.“

Die Wirtschaft ist gegen ein wahlkampfbedingtes Husch-Pfusch-Gesetz, welches am Arbeitsmarkt Schaden anrichten wird: „Die Wirtschaft ruft alle Nationalratsabgeordneten auf, am Donnerstag einem entsprechenden Fristsetzungsantrag im Interesse des Standortes Österreich nicht zuzustimmen“, so der gemeinsame Appell der Wirtschaft. 



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