Gewerbe und Handwerk soll bis 2020 flächendeckend digital präsent sein

Renate Scheichelbauer-Schuster sieht noch Aufholbedarf bei der Umsetzung digitaler Geschäftsprozesse und fordert Unterstützung durch die Bundesregierung. „Wir benötigen ein Nachfolgeprogramm für „KMU digital“. 

Die Beschäftigung der Unternehmen mit digitalen Themen entscheidet maßgeblich über die erfolgreiche Unternehmensentwicklung. „Von allen Betrieben, die sich mit Digitalisierung beschäftigen, werden 80 Prozent der digitalen Trends positiv bewertet. Das ist ein guter Ausgangspunkt, der zeigt, dass die Digitalisierung und ihre Chancen wichtige Themen für unsere Betriebe sind“, betont Wirtschaftsbund NÖ Spitzenfunktionärin Renate Scheichelbauer-Schuster, Obfrau der Bundesparte Gewerbe und Handwerk der Wirtschaftskammer Österreich. „An dieser positiven Ausrichtung der Betriebe hat das Programm „KMU digital“, das Ende 2018 ausgelaufen ist, wesentlichen Anteil. Wir benötigen daher rasch ein Nachfolgeprogramm, um die Betriebe in Hinblick auf die Entwicklung neuer digitaler und innovativer Geschäftsprozesse unterstützen“, so Scheichelbauer-Schuster.

Derzeit bedeutet Digitalisierung im Gewerbe und Handwerk vor allem, dass die „digitale Präsenz“ von Handwerks- und Gewerbebetrieben im Netz ausgebaut wird (inkl. Social Media und Webshop). Dazu kommen auch CRM-Systeme und das Gelingen einer „Customer Journey“ für die Gewinnung von neuen Kunden. Die Dimensionen „Mitarbeiter/Unternehmenskultur“, „Geschäftsmodelle/Wertschöpfungskette“, „Abläufe und Prozesse“ und auch die Entwicklung zukunftsweisender „Produkte und Dienstleistungen“ sind noch ausbaufähig. Auch zeigt sich aus der Auswertung von „KMU Digital“, dass nur 20 Prozent der digitalen Trends von den Betrieben als Risikotrends eingestuft werden.

Betriebe sollen motiviert werden in die digitale Offensive zu gehen

„Nach wie vor steht die Qualität unserer Produkte und die handwerkliche Arbeit im Mittelpunkt. Aber wir haben klaren Handlungsbedarf, um die Betriebe zu motivieren, mehr in die digitale Offensive zu gehen. Wir haben in allen Branchen Vorzeigebetriebe, die traditionelles Handwerk auf innovative Weise digitalisieren. Ich würde mir aber wünschen, wenn Handwerk und Gewerbe bis 2020 flächendeckend digital präsent ist“, so Scheichelbauer-Schuster. „In Zeiten digitaler Suchmaschinen und Online-Vergleiche müssen wir online gefunden werden. Und wir müssen beginnen, unsere Geschäftsmodelle aktiver nach den neuen Möglichkeiten auszurichten. Das ist quasi mein Neujahrswunsch an unsere Betriebe!“

Gewerbe und Handwerk erwartet leichtes Abflachen des Wachstums

„Die Konjunktur in Handwerk und Gewerbe läuft auch in den bisher vorliegenden Quartalen aus 2018 solide, für das 4. Quartal und 2019 erwarten wir keine deutliche Abschwächung aber ein leichtes Abflachen des Wachstums“, so Renate Scheichelbauer-Schuster. Nominell liegt der Zuwachs bei 1,1 Prozent. „In knapp 230.000 Unternehmen beschäftigen wir rund 760.000 Fachkräfte und rund 45.800 Lehrlinge. Das sind um 2,6 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Bei den Lehrlingen im ersten Lehrjahr konnten wir die Anzahl der Lehrlinge um 5,8 Prozent auf 14.000 angehende Fachkräfte steigern“, freut sich die Bundesspartenobfrau. 



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