Zwazl wirbt in Rom für
Bürokratieabbau und Steuertransparenz

Landesgruppen-Obfrau Sonja Zwazl vertritt Österreich bei der Jahreskonferenz der EU-Parlamentspräsidenten: Sie beraten über innovative Strategien für Wirtschaftswachstum.

"Weniger Bürokratie für Betriebe und ein verstärktes Augenmerk auf die Jugendausbildung sind Schlüssel für ein wieder verstärktes Wirtschaftswachstum in der EU", stellt Bundesratspräsidentin Sonja Zwazl bei einer Konferenz der EU-Parlamentspräsidenten in Rom ins Zentrum ihrer Ausführungen.

Wie die APA berichtet, beraten die EU-Parlamentspräsidenten seit Montag über innovative Strategien für Wirtschaftswachstum in Europa, Menschenrechte und Transparenz bei internationalen Handelsverträgen. Österreich ist durch Bundesratpräsidentin und WB-Landesgruppen-Obfrau Sonja Zwazl vertreten.

In Rom hob Zwazl Österreichs "vorbildhaftes" duales Ausbildungssystem hervor. "Dank dieses System hat Österreich zusammen mit Deutschland die europaweit niedrigste Jugendarbeitslosigkeit. 230 Berufe sind in das duale System eingebunden. Jungen Menschen wird geholfen, ihre Talente festzustellen und daran ihre Berufswahl zu orientieren", betonte Zwazl im Gespräch mit der APA.

Dank dieses Bildungssystems sei es in Österreich mehr als in anderen Ländern möglich, junge Leute abzufangen, denen ansonsten der Ausschluss aus der Berufswelt drohe. "Zugleich kann man dadurch Betrieben helfen, Personal mit Potential zu finden, denn die Berufe sind heute hoch spezialisiert", meinte Zwazl. In dem von einer Jugendarbeitslosigkeit von über 40 Prozent belasteten Italien sei das Interesse für Österreichs duales Bildungssystem groß, stellte Zwazl fest.

Zur Förderung des Wirtschaftswachstums sei auch ein europaweiter Bürokratieabbau dringend notwendig. Überbordende Bürokratie lähme die Innovation und damit die Wachstumsaussichten der Unternehmen. "Ganz Europa ist davon belastet. Betriebe müssen immer mehr Verordnungen erfüllen und das bremst ihr Potenzial", meinte Zwazl. Zur Förderung des Wirtschaftswachstums in der EU müsse außerdem der Kreditzugang von Klein- und Mittelunternehmen erleichtert werden. "Man muss verhindern, dass nur derjenige Geld bekommt, der es nicht braucht."

Wichtig sei auch Steuertransparenz in Europa zu fördern. Steuerehrlichkeit sei unter anderem im Internet-Handel erforderlich, der allein in Österreich bis zu sechs Milliarden Euro Umsatz generiere. Im Bereich E-Commerce sei mehr Steuertransparenz notwendig. "Im gemeinsamen Europa darf es keine Steueroasen geben", meinte die Bundesratpräsidentin.

Zwazl zeigte sich der APA gegenüber zuversichtlich, dass es in diesem Jahr in Österreich zu "einem kleinen Wachstum" kommen werde. "Wir waren in den vergangenen Jahren von hohen Wachstumsraten verwöhnt. Jetzt müssen wir uns mit einem niedrigeren Plus begnügen."



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