Zwazl: Wirtschaftsbeziehungen zu Großbritannien rasch neu definieren

Niederösterreichische Nischenprodukte auch künftig mit guten Chancen.

„Wir gehen nun auf eine zweijährige Phase der Unsicherheit zu, da der ‘Brexit‘ ja erst in zwei Jahren schlagend wird“, so Sonja Zwazl, Wirtschaftsbund-Landesgruppen-Obfrau. Sie hofft, dass nun möglichst rasch die Weichen für die konkreten Austrittsmodalitäten gestellt werden, um die angesprochene Phase der Unsicherheit möglichst kurz zu halten. „Erst, wenn genau feststeht, wie künftig die Wirtschaftsbeziehungen zwischen der EU und Großbritannien geregelt sind, wird man auch Klarheit über die konkreten Auswirkungen haben.“

Für Niederösterreich sieht Zwazl sehr unterschiedliche Auswirkungen. Manche Unternehmen könnten massiv betroffen sein, andere praktisch gar nicht. Zuletzt haben Niederösterreichs Unternehmen Waren im Wert von 533 Millionen Euro im Jahr nach Großbritannien exportiert. „Unter anderem ist Niederösterreichs Wirtschaft stark im Bereich so genannter Nischenprodukte aktiv, die sehr spezialisiert sind und nicht einfach ersetzt werden können. Hier ist zu erwarten, dass sich die Folgen des ‚Brexit‘ in Grenzen halten werden.“

Abgesehen von Wirtschaftsfragen sieht Zwazl mit dem britischen Abstimmungsergebnis das „Friedensprojekt EU in seiner Gesamtheit erschüttert“. Für die Landesgruppen-Obfrau verlangt das vor allem zwei Konsequenzen: „Erstens müssen wir uns in Europa verstärkt auf die großen Themen konzentrieren. Es geht um Beschäftigung, Sicherheit, Unternehmertum – nicht um bürokratische Kleinlichkeiten. Und zweitens müssen wir alle, die wir politische Verantwortung tragen, Europa besser erklären und dürfen bei der Bevölkerung nicht Ängste schüren.“

Foto: Andrea Damm/pixelio.de



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