Zwazl: Reine Panikmache um Kündigungen im Krankenstand

Wirtschaftsbund kann AKNÖ-Aussagen in keiner Weise nachvollziehen.

Als „reine Panikmache“ weist Sonja Zwazl, die Präsidentin der Wirtschaftskammer Niederösterreich und Landesgruppen-Obfrau des Wirtschaftsbundes Niederösterreich, die im „Kurier“ enthaltenen Behauptungen zu Kündigungen im Krankenstand zurück. „Die Zahlen sind in keiner Weise nachvollziehbar, die regelmäßig aufs Neue erhobenen Vorwürfe der AK werden durch Wiederholung nicht richtiger“, so Zwazl. „Ich lasse mir keinen Keil zwischen unsere Betriebe und unsere Beschäftigten treiben.“ Im Detail ist festzuhalten:

• Erstens: Die angesprochenen 5.200 Kündigungen oder einvernehmlichen Lösungen sind nicht durch seriöse Daten der Gebietskrankenkasse gedeckt.

• Zweitens: Kündigungen im Krankenstand sind gesetzlich erlaubt, kommen die Unternehmen aber de facto sehr teuer. Denn der gekündigte Mitarbeiter hat Anspruch auf Entgeltfortzahlung bis er wieder gesund ist, auch über das Ende des Dienstverhältnisses hinaus. Schon daraus ergibt sich, dass Kündigungen im Krankenstand keinesfalls eine weit verbreitete Praxis sind.

• Drittens: Einvernehmliche Auflösungen von Dienstverhältnissen sind nur mit Zustimmung der Dienstnehmer möglich.

• Viertens: Sogar der Krankenstandsreport der AK Steiermark weist aus, dass lediglich 6,3 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die schon einmal im Krankenstand waren, verständnislose oder negative Reaktionen der Dienstgeber auf ihren Krankenstand erlebt haben. Die Angaben zu negativen und verständnislosen Reaktionen bei den eigenen Kolleginnen und Kollegen sind mit 4,6 Prozent nahezu gleich hoch.

• Fünftens: Für kleine und mittlere Betriebe gibt es bei längeren Krankenständen - ab dem 11. Tag - einen Zuschuss von 50 Prozent des fortgezahlten Entgelts durch die AUVA. Dieser Zuschuss hat sich bewährt.

Faktum ist, dass die niederösterreichischen Betriebe die Verantwortung für alle ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sehr ernst nehmen. Zwazl: „Die AKNÖ weist in ihrem Arbeitsklima-Index selbst aus, dass die Zufriedenheit der niederösterreichischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer deutlich über dem Österreich-Schnitt liegt.“

Wirtschaftsbund bevorzugt gemeinsame Linie
Wirtschaftsbund-Direktor Mag. Harald Servus kann die Behauptungen nicht nachvollziehen: „Wir lassen uns unsere Unternehmerinnen und Unternehmer von der Arbeiterkammer nicht schlecht reden – auch nicht in Wahlkampfzeiten.“ Servus weiter: „Unsere Unternehmerinnen und Unternehmer haben ein sehr hohes soziales Verantwortungsgefühl gegenüber ihren Mitarbeitern und gegenüber unserer Gesellschaft.“ Die Arbeiterkammer müsse begreifen, „dass wir alle in einem Boot sitzen – Arbeitgeber und Arbeitnehmer.“



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