Zwazl: Neues Pilotprojekt „Modulare Teilausbildung“ vorgestellt

Mehr Ausbildungszeit, höhere Qualifizierungen und bessere fachliche Begleitung.

Die Arbeitswelt ist im Wandel. Die Zahl der Beschäftigten in NÖ steigt, seit 2010 um rund 24.000 Personen – wesentlich stärker steigt aber auch das Arbeitskräftepotential und zwar im selben Zeitraum um rund 40.000 Personen – daraus resultiert steigende Arbeitslosigkeit. Ein Detailblick zeigt: Vor allem die Zahl der Arbeitslosen ohne Ausbildung steigt. Lag in den 90er Jahren die Arbeitslosenquote unter jenen Personen, die „nur“ die Pflichtschule vorweisen können bei rund 9% beträgt diese heute rund 25% - über 40% aller Arbeitslosen haben keine abgeschlossene Ausbildung.

Vor diesem Hintergrund präsentieren Landeshauptmann-Stellvertreter Wolfgang Sobotka, Wirtschaftskammerpräsidentin Sonja Zwazl, Arbeiterkammerpräsident Markus Wieser und AMS-NÖ Geschäftsführer Karl Fakler das neue gemeinsam ausgearbeitete Pilotprojekt „Modulare Teilausbildung“.

Die modulare Teilausbildung wird in einem ersten Schritt in 2 Berufsgruppen – Metallverarbeitung und Betriebslogistik – und in 3 Regionen – Industrieviertel, Zentralraum sowie Amstetten – erprobt. Zentral ist, dass die Möglichkeit einer Teilqualifizierung geschaffen wird, sollten Teilbereiche nicht positiv abgeschlossen worden sein. „Wir wissen heute, dass jeder 5. Lehrling den Abschluss nicht beim ersten Anlauf schafft - viele haben Schwächen, die trotz großartiger Begabungen in Teilbereichen, einen Abschluss verunmöglichen. Mit diesem Projekt eröffnen wir Menschen in einer Ausbildungs-Sackgasse neue Wege und heben Potential ohne das Niveau zu senken“, so Wolfgang Sobotka.

„Jeder Schritt zu mehr Qualifikation ist ein Schritt zu mehr Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Jeder Schritt zu einem zusätzlichen Bildungsabschluss ist ein Schritt zu mehr Arbeitsplatzsicherheit. Unser Ziel ist es, die modulare Teilausbildung bis Herbst auf weitere Bereiche auszuweiten, nämlich Holzbearbeitung sowie Maler- und Funktionsbeschichtungstechnik sowie eine rasche flächendeckende Umsetzung“, betont Wirtschaftsbund-Landesgruppen-Obfrau Sonja Zwazl.

Begleitet wird die modulare Teilausbildung durch 2 Umsetzungsschienen. Das Projekt „Du kannst was“ für jene die bereits eine Beschäftigung haben und das Projekt „Kompetenz mit System“ für jene die keiner Beschäftigung nachgehen. Nach Feststellung der erforderlichen Kompetenzen erfolgt eine berufsbegleitende dreistufige Ausbildung bei entsprechenden Trägern mit abschließender Prüfung. Beruflich erworbene Vor-Kenntnisse werden dazu zertifiziert und angerechnet.

„Das AMS sorgt mit seinen Qualifizierungen im Rahmen der modularen Teilausbildung ab April diesen Jahres für eine rasche und bedarfsgerechte Ausbildung von Arbeitsuchenden und versorgt so heimische Unternehmen mit gefragten Fachkräften. Um die Qualifizierungen im Rahmen des Programms professionell und am letzten Stand der Kenntnisse umzusetzen, wird der Verein Jugend und Arbeit mit der Koordination der individuellen Ausbildungsprogramme für die TeilnehmerInnen beauftragt werden. Die Qualifizierungen für die Jobsuchenden werden über das AMS NÖ gefördert", erklärt Landesgeschäftsführer Fakler.



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