Wirtschaft 4.0: Chancen der Vernetzung nutzen

Drei Viertel der befragten Unternehmen aus NÖ sagen laut einer aktuellen Studie, dass Industrie 4.0 eine hohe oder sehr hohe Bedeutung für die produzierende Wirtschaft habe.

Das Land Niederösterreich, die Wirtschaftskammer Niederösterreich sowie die Industriellenvereinigung Niederösterreich haben gemeinsam eine Studie zu den „Einfluss- und Erfolgsfaktoren von Industrie 4.0 für den Standort NÖ“ in Auftrag gegeben. Basierend auf diesen Studienergebnissen sollen die Unternehmen bei den Veränderungen durch die Digitalisierung der Produktions- Wertschöpfungsprozesse bestmöglich unterstützt werden.
Im Kern der Studie wurden vier Themenfelder identifiziert: Information & Vernetzung, Bildung, Forschung und Standortrahmenbedingungen. Für jedes dieser Felder wurden konkrete Handlungslinien zur Unterstützung der Betriebe formuliert, die in die Plane der NÖ Landesregierung eingebracht werden.

Lefenda: „Aus- und Weiterbildung gewinnt an Bedeutung“
„Knapp drei Viertel der befragten Unternehmen setzen sich mit Industrie 4.0 auseinander – ebenso viele sind der Ansicht, dass Industrie 4.0 eine hohe oder sehr hohe Bedeutung für die Zukunft der produzierenden Wirtschaft haben wird“, sagt Studienautor Johann Lefenda von der Pöchhacker Innovation Consulting GmbH. Und die Studie bestätige einmal mehr, dass die Aus- und Weiterbildung an Bedeutung gewinnen wird.

Bohuslav: „Thema für Unternehmen egal welcher Branche und Größe“
„Wir haben bemerkt, dass das Thema ‚Industrie 4.0‘ für einige Unternehmen eine zum Teil irreführende Bezeichnung ist. Es wird zu vorschnell darauf geschlossen, dass nur große, innovative und Hightech-Unternehmen prädestiniert dafür sind. Das Thema wird jedoch kein Nischenthema, sondern eine Chance für die gesamte Wirtschaft sein. Deshalb wird in Niederösterreich der Begriff Industrie 4.0 zu Wirtschaft 4.0“, erklärt Wirtschaftslandesrätin Petra Bohuslav.

Zwazl: „Das Wichtigste ist und bleibt der Mensch“
In der Verfügbarkeit von Fachkräften sieht WKNÖ-Präsidentin und Wirtschaftsbund-Landesgruppen-Obfrau Sonja Zwazl den wichtigsten Standortfaktor: „Das Wichtigste ist und bleibt der Mensch. Das gilt in Zeiten der Digitalisierung mehr als je zuvor. Bei der Weiterbildung in Sachen Digitalisierung ist die Wirtschaftskammer NÖ daher ein starker und verlässlicher Partner. So startet ab Herbst 2016 im WIFI NÖ ein 6-semestriger Lehrgang, der in Zusammenarbeit mit der Steinbeis Hochschule Berlin alle Themenfelder rund um die Digitalisierung abdeckt. Aktuell entwickelt die Sparte Industrie gemeinsam mit dem WIFI ein Spezialausbildungsprogramm zum Thema Industrie 4.0 für die Industrieausbildner. Einen weiteren Schwerpunkt bieten wir im Rahmen unser TIP-Kooperation mit dem Land NÖ an. Die Technologie- und Innovationspartner – kurz TIP – bieten einen geförderten Industrie 4.0-Check an.“

Salzer: „Chancen in Bereich Logistik und zur Steigerung der Produktivität“
„Dank dieser Studie wissen wir, dass viele Unternehmen die Digitalisierung zwar als Zukunftstrend sehen, aber noch nicht wissen, wie sie konkret damit umgehen sollen“ erklärt Thomas Salzer, Präsident der Industriellenvereinigung Niederösterreich (IV NÖ). „Große Vorteile ergeben sich insbesondere in der besseren Zusammenarbeit mit Partnerbetrieben – etwa im Bereich der Logistik – sowie in der Steigerung der Produktivität und Flexibilität“, meint Salzer.

Zwazl: „Berufsbilder durchforsten und anpassen“
Zwazl hob bei der gemeinsamen Pressekonferenz ihre interessenpolitischen Erwartungen hervor: „Für die Digitalisierung müssen wir die technischen Kompetenzen unserer Jugend gezielt fördern. Für die Wirtschaft gibt es dazu eine klare Forderung: Physik und Chemie müssen bereits ab den 1. Klassen an den Neuen Mittelschulen (NMS) unterrichtet werden. Überall, wo durch die Digitalisierung Anpassungsbedarf besteht, werden wir auch bei den Berufsbildern nachziehen müssen. So werden die modularen Lehrberufe noch mehr an Bedeutung gewinnen. Und die Digitalisierung erfordert Investitionen. Jede Form der Investitionsanreize ist ein Gewinn für unseren Wirtschaftsstandort. In diesem Sinne freue ich mich auf die Umsetzung der angekündigten Neuregelung zur Abschreibung, konkret der degressiven Abschreibung.“



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