WBNÖ-Zwazl trifft sächsischen Wirtschaftsminister

Wirtschaftsbund-Delegation auf Studienreise in Dresden und Prag: Duale Ausbildung sowie Forschung als Schwerpunkt-Themen.

Duale Ausbildung, Digitalisierung, Fachkräftemangel, Migration sowie Forschung und Entwicklung standen im Mittelpunkt einer Studienreise des Wirtschaftsbundes Niederösterreich nach Dresden und Prag. Unter anderem führten Landesgruppen-Obfrau Sonja Zwazl und Wirtschaftsbund-Direktor Harald Servus ein Arbeitsgespräch mit dem sächsischen Wirtschaftsminister Martin Dulig. „Sachsen verfügt über eine ähnliche wirtschaftliche Struktur wie Niederösterreich, 99 Prozent der Unternehmen sind KMU, 95 Prozent der KMU haben weniger als zehn Beschäftigte“, beschrieb Dulig die wirtschaftliche Landschaft seines Bundeslandes. „Wir investieren sehr stark in Forschung und Entwicklung, weil unsere Betriebe kaum über Kapazitäten und Kapital verfügen. Einen besonderen Schwerpunkt setzen wir dabei auf die Automotive-Industrie.“ Ein wichtiger Anknüpfungspunkt für Sonja Zwazl: „Niederösterreich verfügt über einige starke Autozuliefer-Betriebe. Uns beschäftigt gerade sehr stark das Thema Digitalisierung und Wirtschaft 4.0. Die Digitalisierung steht uns nämlich nicht bevor, sie ist bereits voll im Gang. Darauf bereiten wir unsere Betriebe intensiv vor.“

Zwazl lud Dulig zu einem Gegenbesuch nach Niederösterreich ein, um besonders für die NÖ Automotive-Betriebe Anknüpfungspunkte zu schaffen. „Unsere Betriebe haben sicher Interesse an einer Zusammenarbeit mit sächsischen Unternehmern. Gerade beim Thema Digitalisierung könnten unsere Wirtschaftstreibenden von einem Erfahrungsaustausch profitieren.“

Duale Ausbildung leidet unter schlechtem Image

Sachsen kämpfe laut Dulig besonders mit einem Fachkräftemangel: „Die Lehre hat bei uns ein schlechtes Image, unsere Betriebe suchen händeringend nach Mitarbeitern. Hier konkurrieren wir besonders stark mit Westdeutschland.“

Für Sonja Zwazl habe sich die Lehre in den vergangenen Jahren als besonders effektives Instrument gegen Jugendarbeitslosigkeit erwiesen, deshalb setze man viele Schwerpunkte auf die Jugendausbildung: „Mit dem Begabungskompass testen wir alle Schüler der siebenten Schulstufe auf Neigungen und Talente. Bei einem Gespräch mit Psychologen und Eltern werden die Jugendlichen dann über Ausbildungsmöglichkeiten beraten. Denn nichts ist schlimmer als ein Jugendlicher, der seine Ausbildung abbricht. Zusätzlich sind bei uns im Land Lehrstellenberater unterwegs, die Betriebe kontaktieren, Lehrlinge vermitteln und über Angebote informieren.“ Das weckte besonders Duligs Interesse. Beim Gegenbesuch in Niederösterreich will er die Angebote besser kennen lernen.



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