Scheichelbauer-Schuster zu Gewerbeordnung: „Ohne Qualifizierung gibt es keine Qualität!“

Bundesregierung will Gewerbeordnung überarbeiten. Bundessparten-Obfrau Renate Scheichelbauer-Schuster fordert, dass bei einer Liberalisierung nicht über das Ziel hinaus geschossen wird.

Wie die NÖN berichtet, arbeitet die Bundesregierung derzeit an einer Entrümpelung der Gewerbeordnung. „Wir fordern, dass bei dieser Liberalisierung nicht über das Ziel hinaus geschossen wird“, stellt Renate Scheichelbauer-Schuster, Bundessparten-Obfrau Gewerbe und Handwerk, klar. Gerade ihre Sparte wäre von der Reform am meisten betroffen. „Wir können nur mit Qualität punkten, aber ohne Qualifizierung gibt es keine Qualität. Denn ein zu leichter Zugang zum Gewerbe bedeutet einen Qualitätsverlust und damit den Ruin für die duale Ausbildung! Meister weg, Lehrplatz weg!“
Grundsätzlich ist der Wirtschaftsbund Niederösterreich nicht gegen eine Liberalisierung, „es geht nur darum, wie es passiert“, so Scheichelbauer-Schuster weiter. Es gibt bereits 440 freie Gewerbe und nur noch 81 Reglementierungen, wo ein Befähigungsnachweis notwendig ist - 65 davon in der Sparte Gewerbe und Handwerk.

„Wir stehen derzeit in Verhandlungen mit Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner“, berichtet die Bundessparten-Obfrau und fordert: „Ein einheitlicher freier Gewerbeschein ist für uns zwar vorstellbar, es muss aber für die Selbstständigen eine gesetzliche Zuordnung zu den Fachorganisationen geben, um die Betreuung der Unternehmer in den Branchen gewährleisten zu können und um die Kollektivvertragszuordnungen und branchenspezifische Ausbildungen sicherzustellen. Außerdem ist die Qualifizierung der beste Konsumentenschutz."

Für Scheichelbauer sind die geplante Erleichterungen bei Betriebsanlagengenehmigungen in der Gewerbeordnung gut und wichtig: „Somit werden Hürden für Unternehmer beseitigt. Zum Beispiel gehört dabei der Arbeitnehmerschutz und das Betriebsanlagenrecht harmonisiert.“

Die Evaluierungen der Reglementierungen möchte Scheichelbauer-Schuster kritisch im Auge behalten: „Es ist klar, dass einige Ausreißer beseitigt gehören. Im Vordergrund muss jedoch die notwendige Qualifizierung zur Ausübung eines Gewerbescheins bestehen bleiben. Wir wissen aber, dass Reinhold Mitterlehner die Meisterqualität schätzt.“
Beispiel für eine falsche Entwicklung sei Deutschland: 2004 ist dort die Handwerksordnung liberalisiert worden und die negativen Auswirkungen in vielen Bereichen spürbar. „Jetzt wollen alle politischen Parteien wieder zur Meisterpflicht zurückkehren“, so Scheichelbauer-Schuster abschließend.



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