Optimismus unter Niederösterreichs
Exporteuren wächst

Die Stimmungslage bei den niederösterreichischen Exportbetrieben stand im Mittelpunkt einer Pressekonferenz von Wirtschaftslandesrätin Petra Bohuslav, WBNÖ-Landesgruppen-Obfrau Sonja Zwazl und IV NÖ-Präsident Thomas Salzer.

„Niederösterreichs Exporteure blicken optimistischer in die Zukunft als noch vor zwei Jahren. 40 Prozent erwarten sich steigende Exportaussichten. Unsere Exportwirtschaft ist auf dem richtigen Weg“, erklärten sie unisono. Die Befragung, die vom market Institut durchgeführt wurde, kam zum Schluss, dass Niederösterreichs Exportwirtschaft trotz Brexit-Votum, Putsch-Versuch in der Türkei und einer angespannten weltpolitischen Lage optimistisch in die Zukunft blickt.

„Vor allem jene Unternehmen, die bereits jetzt einen größeren Exportanteil aufweisen, sind deutlich zuversichtlicher. Betriebe, die einen Exportanteil am Gesamtumsatz von 31 bis 60 Prozent haben, sind zu 56 Prozent der Meinung, dass 2016/2017 besser laufen wird als das Vorjahr“, hob Wirtschaftslandesrätin Petra Bohuslav hervor und ergänzt: „Wir werden den Weg der niederösterreichischen Exportoffensive fortsetzen und unsere Unternehmen bei ihren Aktivitäten weiterhin begleiten.“

Bei den Branchen sticht vor allem der Dienstleistungssektor hervor, der am optimistischsten gestimmt ist. Mehr als 60 Prozent der Dienstleistungs-Unternehmen erwarten sich bessere Exportaussichten, gefolgt vom Handel, wo dies 47 Prozent der Unternehmen annehmen. Beständigkeit herrscht bei den Zielmärkten. Westeuropa mit Deutschland, Italien, Schweiz und Frankreich nimmt als bevorzugtes Exportgebiet die führende Position ein, vor den osteuropäischen Staaten mit Ungarn, Tschechien, Rumänien, Polen und der Slowakei. „Im kommenden Jahr werden wir uns zusätzlich zu den Kernmärkten weiterhin auf den Iran, Großbritannien und die USA als Zielmärkte konzentrieren“, erklärte die Wirtschaftslandesrätin.

WBNÖ-Landesgruppen-Obfrau und WKNÖ-Präsidentin Sonja Zwazl wies auf den zunehmenden Bedarf der Exportbetriebe an Unterstützungsleistungen hin: „Der Markteintritt ist oftmals komplex und die rechtlichen Rahmenbedingungen erfordern hier eine umfassende Kenntnis. Da sind wir mit unserer Außenwirtschaftsorganisation, welche die mit Abstand größte Serviceeinrichtung in Sachen Export in Österreich ist, genau am Puls.“ Allen Mitgliedsbetrieben stehe ein Netzwerk von mehr als 100 Stützpunkten in 70 Ländern der Welt als Türöffner beim Schritt über die Grenzen zur Verfügung. Gut angenommen würden, so Präsidentin Zwazl, von den Betrieben auch die umfangreichen Förderungsmöglichkeiten der gemeinsam mit dem Wirtschaftsministerium durchgeführten Exportoffensive „go international“: „Mit Ende des 1. Halbjahr 2016 gab es mit 179 Förderanträgen für Direktförderungen fast doppelt so viele, als noch ein halbes Jahr davor.“ Damit werde das Ergebnis der Umfrage bestätigt, betont die Präsidentin: „Das ist ein weiterer Beweis dafür, dass unsere Firmen positiv gestimmt in neue Märkte gehen.“

Darüber hinaus betont IV NÖ-Präsident Thomas Salzer die Gründe für die internationale Wettbewerbsfähigkeit der niederösterreichischen Industrie: „Die Qualität der Produkte, die gute Ausbildung der Fachkräfte und das gute Image Österreichs sowie die Innovationskraft unserer Unternehmen sind die zentralen Pluspunkte des niederösterreichischen Industriestandortes. Die befragten Betriebe erwarten sich jedoch Verbesserungen bei den Lohnnebenkosten, den gesetzlichen Rahmenbedingungen für Unternehmen auf Bundesebene und modernere Arbeitszeitregelungen. Hier ist der Bund gefordert, seine Hausaufgaben zu erledigen.“

Weiters betonten Bohuslav, Zwazl und Salzer die Bedeutung des Freihandels für die NÖ Exportwirtschaft: „Ein Export-Bundesland wie Niederösterreich hat vitales Interesse an einem funktionierenden Freihandel, der unsere hohen Qualitätsstandards nicht gefährdet. Die Bedenken wurden durch die rechtsverbindliche Zusatzerklärung ausgeräumt. Wir befürworten daher, dass Österreich dem Freihandelsabkommen CETA zustimmt.“



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