Mit neuem Alternativfinanzierungsgesetz geht lange WBNÖ-Forderung in Erfüllung

Crowdfunding von WBNÖ schon mehrere Jahre forciert, ergänzende Finanzierung soll Zugang zu Kapital für Startups und KMU stärken.

"Das Alternativfinanzierungsgesetz bringt dringend notwendige Impulse für unsere kleinen und mittleren Betriebe und erleichtert den Zugang zu Finanzierungen", freuen sich Wirtschaftsbund-Landesgruppen-Obfrau Sonja Zwazl und Direktor Harald Servus, dass das neue Gesetz im Nationalrat beschlossen worden ist. Damit werde einer langen Forderung des WBNÖ Rechnung getragen.

Schon vor 2013 hat der Wirtschaftsbund Niederösterreich begonnen, ergänzende Finanzierungen in Form von einzelnen Projekten zu forcieren. Federführend war dabei Nationalrat Werner Groiß, der schon damals seine Plattform regionalfunding.at gestartet hat. Ein Projekt war unter anderem der Erhalt des Skigebietes Unterberg.

"Mit dem neuen Gesetzesentwurf soll der Zugang zu Crowdfunding-Kapital vereinfacht werden, aufwendige Prospektpflichten fallen weg", so Zwazl und Servus weiter. "Das Gesetz ermöglicht eine sinnvolle Ergänzung zur klassischen Kreditfinanzierung."

Gemäß dem neuen Alternativfinanzierungsgesetz (AltFG) ist in Zukunft erst ab einem Emissionsvolumen von fünf Millionen Euro der volle Kapitalmarktprospekt notwendig. Derzeit liegt die Grenze noch bei 250.000 Euro. Für ein Emissionsvolumen zwischen 1,5 Millionen und fünf Millionen Euro ist in Zukunft nur mehr ein vereinfachter Prospekt zu erstellen (Prospektpflicht light).

Ein Investor kann pro Projekt bis zu 5.000 Euro im Jahr investieren. Diese 5.000 Euro-Grenze kann aber überschritten werden, wenn der Investor im Monat mehr als durchschnittlich 2.500 Euro netto verdient. Dann kann das Zweifache des Monatsnettoeinkommens veranlagt werden. Oder es können zehn Prozent des Finanzanlagevermögens pro Investor angelegt werden, wenn diese Summe höher als 5.000 Euro ist.

Emittenten dürfen binnen sieben Jahren in Summe nicht mehr als fünf Millioneen Euro, abzüglich der bereits an die Anleger zurückgezahlten Beiträge, über das AltFG aufnehmen. Wird diese Schwelle überschritten, muss ein Kapitalmarktprospekt erstellt werden. Die Veranlagungen erfolgen beim emittierenden KMU selbst oder über Crowdfunding-Plattformen.



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