Jugendliche wollen mehr Berufsorientierung als Mittel gegen Bildungs-Drop-Outs

Bundesratspräsidentin Zwazl präsentiert neue Jugendstudie.

Sonja Zwazl, die Präsidentin des Bundesrats und Landesgruppen-Obfrau des Wirtschaftsbundes Niederösterreich, drängt auf mehr Berufsorientierung an Österreichs Schulen. „Unsere Berufswelt wird immer dynamischer und immer komplexer. Unsere Jugend hat es damit bei der Wahl der richtigen Ausbildung bzw. des richtigen Berufs immer schwieriger. Entsprechend müssen wir unsere Jugend bei der Ausbildungs- und Berufswahl besser begleiten“, so Zwazl im Parlament.

Rückenwind für die Forderung gibt eine neue Umfrage des Instituts für Jugendkulturforschung unter Schülerinnen und Schülern der 8. Schulstufe. Mehr als die Hälfte der befragten Jugendlichen geben darin an, dass sie „mehr Unterstützung bei der Bildungs- und Berufswahl, damit Jugendliche die Ausbildung finden, die zu ihnen passt“ als zentrale Maßnahme sehen, um Drop-outs aus Schule und Lehre zu vermeiden. Generell wünschen sich 47 Prozent der Jugendlichen, bei AHS-Schülerinnen und –Schülern sogar 51 Prozent, mehr Information und Beratung über Bildungs- und Ausbildungsmöglichkeiten nach der 8. Schulstufe.

„Was ihre persönliche Zukunft angeht, sind die Jugendlichen optimistisch. Die Mehrheit von ihnen ist davon überzeugt, dass sie das erreichen werden, was sie sich für ihr Leben vornehmen“, so Studienautor Bernhard Heinzlmaier. In Bezug auf die Lehre zeigt sich für ihn, „dass das Image der Lehre unter Jugendlichen noch immer nicht dort ist, wo es sein sollte. Eine Aufwertung der Lehre erwarten sie sich in erster Linie vom Modell ‚Lehre mit Matura‘.“

Zwazl: Berufspraktische Tage gesetzlich fixieren – Berufsorientierung
in der Pädagogenausbildung

Zwazl sieht in den Daten zur Lehre im Vergleich zur Matura „ein nicht mehr zeitgemäßes Bildungsbild der Elterngeneration tradiert. Denn de facto werden gerade Fachkräfte in der Wirtschaft dringend gesucht.“ Um den Jugendlichen und ihren Eltern die Vielfalt der Berufs- und Ausbildungswege besser bewusst zu machen, schlägt sie drei konkrete Maßnahmen vor:

• Demnach soll Bildungs- und Berufsorientierung die Schülerinnen und Schüler als Fixpunkt im Schulbetrieb die gesamte Sekundarstufe über begleiten – und zwar an allen Schultypen, also gerade auch in den AHS.

• Um die Berufswelt für die Jugendlichen anschaulicher und erlebbar zu machen, sollten in der 3. und 4. Klasse gesetzlich jeweils fünf Tage für berufspraktische Tage vorgesehen werden

• Berufsorientierung soll – wenigstens in Grundzügen – ein fixer Bestandteil in der Ausbildung aller Pädagoginnen und Pädagogen werden.



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