Industrie 4.0: Chancen für Niederösterreichs Wirtschaft

Kooperation des NÖ Wirtschaftsressorts mit Wirtschaftskammer NÖ und Industriellenvereinigung NÖ rund um das Thema Industrie 4.0.

Die Digitalisierung der Lebenswelten und der Einzug von neuen Informations-, Kommunikations- und Medientechnologien bringen umfassende Veränderungen und Vernetzungen für die Unternehmen und die Gesellschaft mit sich. Um die Chancen, aber auch Herausforderungen, die diese Entwicklung mit sich bringen, optimal nutzen zu können, entwickelt das Wirtschaftsressort des Landes NÖ in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftskammer NÖ und Industriellenvereinigung NÖ ein gemeinsames Maßnahmenpaket.
„Der Wandel durch die Digitalisierung kommt unweigerlich. Unser Bestreben ist es, hier Bewusstseinsbildung zu machen, das Lernen zu ermöglichen und optimale Unterstützungsleistungen für die neuen Herausforderungen anzubieten. Wir haben das gemeinsame Ziel, die niederösterreichischen Unternehmen fit für Industrie 4.0 zu machen, damit sie die damit verbundenen Chancen optimal nutzen können“, erklärt Wirtschaftslandesrätin Petra Bohuslav. Schon jetzt werden zahlreiche Initiativen und Maßnahmen gesetzt, um niederösterreichische Unternehmen bei den neuen Entwicklungen rund um Industrie 4.0 zu begleiten und zu unterstützen. So gibt es zum Beispiel für entsprechende Investitionen oder Forschungsprojekte Finanzierungshilfen, es werden spezifische Fördercalls geboten, und für Kooperationen bieten die Cluster Niederösterreich eine optimale Unterstützungsplattform. Die Technopole ermöglichen wiederum technologische Hilfestellungen – beispielsweise bei 3D-Druck von Metallen.

„Die Digitalisierung eröffnet neue Wertschöpfungsmöglichkeiten, nicht nur in der Industrie, sondern in der gesamten Wirtschaft – und nicht nur für Großbetriebe, sondern ebenso für KMU und EPU“, betont WKNÖ-Präsidentin und Wirtschaftsbund-Landesgruppen-Obfrau Sonja Zwazl. Von der Produktion bis zum Verkauf, von der Stromversorgung bis zur Fehleranalyse, von der Lieferung bis zur Beschaffung liefere die Digitalisierung neue Chancen. Die von der WKNÖ in Kooperation mit dem Land betriebenen Technologie- und Innovationspartner (TIP) stehen den NÖ Betrieben auf ihrem Digitalisierungsweg mit Hilfe bei der Bedarfsanalyse, dem Zugang zu passenden Netzwerken und finanziell geförderter Unterstützung bei der Umsetzung von Digitalisierungsprojekten mit einem Pool von 400 Expertinnen und Experten zur Seite.
Zugleich unterstreicht Zwazl die Auswirkungen der Digitalisierung auf den Bildungsbereich, gerade auch auf die Lehre. „Wir brauchen einen verstärkten Fokus auf technische Fähigkeiten und Fertigkeiten, auf technisches Verständnis.“
Unter anderem fordert die Wirtschaftskammer NÖ dazu, dass Chemie und Physik schon ab den 1. Klassen der NMS unterrichtet werden. Zwazl: „Die Lehre als bereits hochqualifizierte Ausbildung wird mit der Digitalisierung noch ein Stück höher qualifiziert werden – damit zugleich aber auch noch weiter an Attraktivität zulegen.“

„Industrie 4.0-Technologien bieten die große Chance, durch Effizienzsteigerungen die Produktion aus Niedriglohnländern zurück nach Europa zu holen“, sagt Thomas Salzer, Präsident der Industriellenvereinigung Niederösterreich. Gleichzeitig würden dadurch aber auch neue Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt sowie in der Ausbildung entstehen. „Die neuen Denkweisen in der Fertigung verlangen entsprechendes IT-Knowhow sowie vernetztes Denken – und das beginnt bereits in der Volksschule und muss von einer umfassenden Berufsorientierung in allen Schultypen begleitet werden“, so Salzer. In weiterer Folge entstünden in der Lehrausbildung, an den HTLs sowie an Fachhochschulen neue inhaltliche Schwerpunkte, um den Bedarf an hochqualifizierten Fachkräften auch in Zukunft abdecken zu können.
Daneben brauche es aber auch die richtigen Rahmenbedingungen, damit Niederösterreich bestmöglich von diesen Entwicklungen profitieren könne, wie der IVNÖ-Präsident erklärt: „Die Digitalisierung verlangt neue Möglichkeiten zur Arbeitszeitflexibilisierung. Die derzeitigen täglichen und wöchentlichen Höchstarbeitszeitgrenzen entsprechen nicht mehr den praktischen Bedürfnissen der Unternehmen, um Arbeitsspitzen abdecken zu können. Und wir wissen aus Umfragen, dass auch die Mehrzahl der Beschäftigten gerne mehr arbeiten würde, wenn sie dadurch im Gegenzug länger frei bekommen würde.“
Im Kern dieser gemeinsamen Abstimmung stehen Bewusstseinsmaßnahmen und Unterstützungsinitiativen, das reicht von den Beratungsleistungen der TIP bis hin zu regionalen Veranstaltungen mit Experten. Erster Schritt ist eine gemeinsam in Auftrag gegebene Studie über den Einfluss und die Erfolgsfaktoren von Industrie 4.0 für den Standort Niederösterreich. „Die Vielfältigkeit des Themas Industrie 4.0 erfordert eine koordinierte Zusammenarbeit zwischen dem Wirtschaftsressort des Landes, der Wirtschaftskammer Niederösterreich und der Industriellenvereinigung Niederösterreich. Die gemeinsame Initiative ermöglicht enge Abstimmung und Zusammenarbeit“, resümiert Bohuslav.



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