Gewerbe und Handwerk: Konjunktur-Druck auf die Betriebe nimmt zu

Schwierige Konjunkturlage verlangt Fortsetzung des Handwerkerbonus – Flüchtlingshilfe: Sparte wird österreichweit 50 Lehrplätze für Flüchtlinge anbieten.

„Der konjunkturelle Druck auf die Betriebe der Bundessparte Gewerbe und Handwerk nimmt zu: Im ersten Halbjahr sind die Umsätze bzw. Auftragseingänge im Gewerbe und Handwerk um weitere 2,9 Prozent gesunken. Betroffen ist davon nahezu der gesamte Bausektor, nur die Nahrungsmittelgewerbe und die chemischen Gewerbe verzeichnen einen positiven Trend“, betonte die Obfrau der Bundessparte Gewerbe und Handwerk, Renate Scheichelbauer-Schuster, im Rahmen der Quartals-Pressekonferenz.

Unterdurchschnittliches Wirtschaftswachstum für Gewerbe und Handwerk
„Das Stimmungsbarometer ist weiter sehr niedrig, es hat sich im Jahresabstand nur leicht von minus 10 auf minus 8 Prozent verbessert. Betriebe mit auffallend schlechter Geschäftslage befinden sich in den Bereichen Bauhilfsgewerbe, Gärtner und Konditoren", analysierte der Direktor der KMU Forschung Austria, Walter Bornett. Der Auftragsbestand in den investitionsgüternahen Branchen sei um minus 3,5 Prozent weiter gesunken.

Konjunkturimpulse dringend benötigt!
Sowohl Bornett als auch die Obfrau unterstrichen, dass Gewerbe und Handwerk dringend deutliche Konjunkturimpulse benötigen. „Der Handwerkerbonus – die Förderung der Arbeitsleistung von Handwerkern im Ausmaß von 20 Prozent, maximal 600 Euro pro Einreicher – hat sich dabei als wichtige Nachfragestütze erwiesen. Wir wissen, dass der Handwerkerbonus wirkt", betont Scheichelbauer-Schuster.
So hat der Handwerkerbonus zu einer ordentlichen Reduktion der Schwarzarbeit geführt: Ca. 1/3 der Haushalte beschäftigen offizielle Handwerker anstatt Pfuscher, wenn die Arbeitsleistung durch einen Handwerkerbonus gefördert wird. Dadurch finanziert sich der Handwerkerbonus selbst, denn der Staat nimmt zumindest gleichviel an Steuern ein wie er für die Förderaktion ausgibt. Der Handwerkerbonus verbesserte überdies die Geschäftslage und den Umsatz der betroffenen Unternehmen: Etwa ein Fünftel der Unternehmen spürte hohe oder eher hohe Auswirkungen, weitere 55 Prozent berichteten über zumindest geringe Auswirkungen auf den Umsatz.

Der Handwerkerbonus zeigt klare Beschäftigungseffekte in den betroffenen Unternehmen: 23 Prozent der Betriebe erklärten, dadurch Mitarbeiter im Betrieb gehalten zu haben, die sonst vielleicht freigesetzt werden hätten müssen. Weitere 10 Prozent dieser Betriebe berichteten von zusätzlichen Einstellungen. Gerade in jenen Branchen, in denen die meisten Förderanträge eingelangt sind (Bodenleger, Maler und Lackierer, Tischler und Elektroinstallateure), weisen auch die Konjunkturdaten der KMU-Forschung auf eine verbesserte Position im Vergleich zum Vorjahresquartal hin.

Abschließend betont die Bundessparte als größter heimischer Lehrlingsausbilder ihre Solidarität in der Flüchtlingsfrage. „Wir haben uns dazu entschlossen, in den kommenden Wochen und Monaten 50 Lehrplätze für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen. Diese wollen wir nun so rasch wie möglich und in Zusammenarbeit mit lobby.16, einem gemeinnützigen Verein in der Bildungsbetreuung, anbieten", so Scheichelbauer-Schuster.



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