Exportland Niederösterreich weiter im Aufwind

Die vorläufigen Exportzahlen für das 1. Halbjahr 2015 liegen vor und sie sind sehr erfreulich: Die niederösterreichischen Warenexporte konnten in den ersten sechs Monaten des vergangenen Jahres im Vergleich zum 1. Halbjahr 2014 um 2,08 Prozent zulegen - von 10,143 Milliarden auf 10,353 Milliarden Euro.

Zum Vergleich: Der Österreich-Durchschnitt liegt bei einem Plus von 1,81 Prozent. „Dass in einem international sehr herausfordernden Umfeld diese Zuwächse möglich waren, ist ein sehr positives Signal“, sind sich Wirtschaftslandesrätin Petra Bohuslav und WB-Landesgruppen-Obfrau Sonja Zwazl einig. „Wir gehen davon aus, dass im Gesamtergebnis 2015 zum dritten Mal in Folge die 20 Milliarden-Marke beim Export übersprungen werden wird!“
Niederösterreich liegt damit nach Oberösterreich (16,98 Mrd. Euro) an zweiter Stelle, gefolgt von der Steiermark (9,64 Mrd. Euro) und Wien (8,47 Mrd. Euro). „Der Export ist ein Wachstumsmotor und sichert Arbeitsplätze in Niederösterreich. Eine Milliarde Euro Exportumsatz steht für rund 11.000 Arbeitsplätze und 260 Millionen Euro an regionaler Wertschöpfung. Der Export gehört daher auch zu den wichtigsten Säulen der Niederösterreichischen Wirtschaftsstrategie“, erläutern Bohuslav und Zwazl.

West- und Osteuropa bleiben für die NÖ Exportwirtschaft von großer Bedeutung. Die Top 10-Exportländer für Niederösterreich sind Deutschland gefolgt von Italien, der Schweiz, der Tschechischen Republik, Ungarn, der USA, Polen, Frankreich, der Slowakei und auf Platz 10 Slowenien.
Petra Bohuslav dazu: „Bemerkenswert ist dabei, dass die USA als einziges nicht-europäisches Land unter den Top 10 liegen und zwar an sechster Stelle. Daher macht es Sinn, auch weiterhin den Fokus auf die USA zu legen und diesen Riesenmarkt auch KMU zugänglich zu machen. Die sehr positive Resonanz auf die im Herbst 2015 in Kooperation mit ecoplus International, der WKNÖ und der IVNÖ durchgeführte ,Zukunftsreise USA‘ verdeutlicht dies ebenso.“

Einen gewaltigen Exportzuwachs von über 42 Prozent hat es weiters in die Schweiz gegeben. Sehr gut haben sich auch die Exporte in die Tschechische Republik (+8,1 %), nach Polen (+15,4 %), in die Slowakei (+9,9 %) und nach Rumänien (+ 8,2 %) entwickelt. Die Exporte nach Ungarn bewegen sich auf einem mit dem Vorjahr vergleichbaren hohen Niveau. Während die Exporte in die Türkei mit einem Plus von 17,9 Prozent zulegen konnten, brachen jene in Richtung Russland massiv ein (-25%). Die Entwicklung der Exporte in Richtung Vereinigte Arabische Emirate zeigte sich im ersten Halbjahr 2015 von ihrer besten Seite (+72,6 %). Vor allem Dubai ist Drehpunkt für Exporte in den gesamten arabischen Raum.

„Dass die Vereinigten Arabischen Emirate, allen voran Dubai mit der Weltausstellung 2020, gerade im Bau- und Infrastrukturbereich noch enorme Chancen für niederösterreichische Unternehmen bieten, steht außer Zweifel. Diese gilt es für Niederösterreichs Unternehmen weiter zu nutzen. Denn neben unseren traditionellen Exportländern wie Deutschland und Italien, ist es wichtig, neue Märkte – vor allem auch Fernmärkte – aufzubereiten, um langfristig das Wirtschaftswachstum in Niederösterreich zu sichern. Die Wirtschaftskammer NÖ bietet im Rahmen des Programmes go-international dazu auch finanzielle Unterstützungsmaßnahmen an “, so Zwazl, WB Landesgruppen-Obfrau und Präsidentin der Wirtschaftskammer NÖ.

Im Sinne des Mottos „Stay East – Go far West“ setzt das Land Niederösterreich seine Internationalisierungsoffensive auch 2016 fort. Neben der Pflege der west- und osteuropäischen Märkte als wichtige „home base“ für die heimische Exportwirtschaft gilt es, auch die Chancen in weiter entfernten Märkten wie etwa den USA aufzuzeigen.
Da die zu erwartende Aufhebung der Sanktionen gegen den Iran in den kommenden Jahren zu einer merklichen Belebung des Außenhandels führen sollten und eine entsprechende Informationsveranstaltung im Spätherbst 2015 auf enormes Interesse der Wirtschaft gestoßen ist, wird das Land gemeinsam mit der WKNÖ und der IVNÖ weitere Maßnahmen in Richtung Iran als potenzieller Zukunftsmarkt im Nahen und Mittleren Osten setzen.

Foto: Thorben Wengert/pixelio.de



zurück zur Übersicht Drucken teilen
Diese Website benutzt Cookies um bestmögliche Funktionalität bieten zu können.Ich bin einverstanden