Erhöhung des Arbeitskräftepotentials in der Gastronomie

WBNÖ-Sparten-Obmann Mario Pulker fordert eine Verschärfung der Zumutbarkeits-bestimmungen für Arbeitssuchende: „Stempeltourismus wird zu massivem Problem.“

„Immer mehr Unternehmerinnen und Unternehmer beklagen Fälle von Bewerbern, die sich arbeitsunwillig zeigen“, warnt Mario Pulker, der NÖ Sparten-Obmann Tourismus. „Viele Arbeitssuchende sagen schon beim Bewerbungsgespräch offen, dass sie nicht arbeiten wollen. Sie wollen sich nur den berühmten Stempel für das AMS holen. Wir müssen die Zumutbarkeitsbestimmungen verschärfen und Fälle von Missbrauch strenger ahnden.“

Vor allem die Gastronomie sucht händeringend nach Fachkräften und Hilfskräften, weiß auch Wirtschaftsbund-Landesgruppen-Obfrau Sonja Zwazl: „Köche werden mittlerweile wie Gold aufgewogen, Abwäscher, Raumpfleger und Küchenhilfen sind kaum mehr zu finden.“ Und Wirtschaftsbund-Direktor Harald Servus ergänzt: „Gastronomie und Tourismus sind aber nicht die einzigen Branchen, die mit Arbeitsunwilligen Probleme hatten. Aus allen Branchen treten immer wieder Unternehmer mit dem Problem an uns heran.“

Auch Zahlen des AMS bestätigen den Trend zum berühmten Stempel: Bis Ende September 2016 wurden 3016 Fälle von so genannten §10-Fällen verzeichnet, das sind um 676 mehr Arbeitsunwillige als im Vorjahr.

Das ist den Gastronomen ein Dorn im Auge: Mit einem Antrag im WKNÖ-Wirtschaftsparlament wird ein erster Schritt gesetzt, dem viele weitere zur Bekämpfung des Stempeltourismus folgen sollen: „Die Sozialtransfers sind zu hoch, von den Job-Suchenden wird außerdem zu wenig Flexibilität gefordert.“ Mit dem AMS arbeite man gut zusammen, so Pulker. „Bei derartigen Fällen kann der Bezug des Arbeitslosengeldes für sechs Wochen gestrichen werden, im Wiederholungsfall für acht Wochen. Wir brauchen eine strengere Vollziehung, dafür braucht das AMS auch mehr Personal.“



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