BR-Präsidentin Zwazl: Individuelle Talente der Kinder stärken

Zukunftskonferenz des Bundesrats und des NÖ-Landtag-Experten für stärkere Begabungsorientierung im Bildungssystem.

Unter dem Motto "Begabungen erkennen, Begabungen fördern" findet auf Initiative von Bundesratspräsidentin Sonja Zwazl heute im niederösterreichischen Landhaus in St. Pölten eine gemeinsame "Zukunftskonferenz" von Bundesrat und Niederösterreichischem Landtag statt. "Wir müssen die individuellen Talente unserer Kinder stärker in den Mittelpunkt rücken", so Zwazl in ihrer Eröffnungsrede. "Wer bei seiner Ausbildung auf seine Stärken setzen kann, der wird auch selbstbewusster und zufriedener sein - und in seinem Job schlicht erfolgreicher. Davon profitieren wir alle. Stärken zu stärken ist das Beste, was wir für unsere Zukunft machen können." Niederösterreichs Landtagspräsident Johann Penz schlug in die gleiche Kerbe. "Wir können es uns nicht leisten, Talente und Begabungen brach liegen zu lassen", plädierte er für gezielte Förderungen für Schwache wie für Starke sowie für ein lebensbegleitendes Lernen. "Wissen ist Fortschritt, Wissen ist Sicherung des Wohlstands." Die niederösterreichische Bildungslandesrätin Mag. Barbara Schwarz ergänzte: „Es ist ganz wichtig, den Kindern eine gute Sicht auf mögliche Berufswege zu geben – auch an den AHS.“

Lehre gesellschaftlich aufwerten
Auch der Genetiker und Buchautor Univ.Prof. Markus Hengstschläger sprach sich in seinem Impulsvortrag zum Thema "Was bedeutet es überhaupt, talentiert zu sein?" für eine stärkere Begabungsorientierung im Bildungssystem aus. "Jeder Mensch ist Elite. Aber jeder Mensch ist es woanders." Zugleich plädierte er für die Einführung eines Schulfachs "Soziale Kompetenz".

Die Jugend habe sich im Vergleich zu früheren Jahren deutlich verändert, waren sich Umdasch-Vorstandsvorsitzender Andreas J. Ludwig und Matthias Lemp, der es vom Berufs-Weltmeister des Jahres 2003 bis zum eigenen Installations-Unternehmen mit sechs Millionen Euro Jahresumsatz gebracht hat, einig. Die Grundausbildung sei schlechter geworden. Beide betonten, dass die Lehre gesellschaftlich aufgewertet werden müsste, Fachkräfte würden in der Wirtschaft dringend gebraucht.

Auch die Bundesräte Günther Köberl (V/St) und Rene Pfister (S/N) stellten in einem ersten politischen Resümee die Wichtigkeit der Lehre ins Zentrum. Ein Lehrabschluss müsse gesellschaftlich als gleichwertig mit einer Matura gesehen werden, so Köberl. "Wir müssen die Bereitschaft junger Menschen fördern, ihren Weg weiterzugehen - auf der Basis der individuellen Begabungen." Pfister drängte auf eine Aufwertung der Kindergarten-Pädagogen, mehr ganztägige Schulbetreuung sowie Berufsorientierung als Pflichtfach in der Pädagogenausbildung und warnte davor, nur auf eine Akademisierung der Gesellschaft zu setzen. "Wir brauchen Menschen, die Geräte bedienen und die wissen, wie Geräte zusammengebaut gehören."



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