Bekämpfung des Fachkräftemangels muss Top-Priorität sein

11.09.2018/

Bundesleitung

Der Fachkräftemangel ist eines der größten Probleme für unsere Betriebe – jetzt nachhaltige Maßnahmen setzen!

Der Fachkräftemangel ist eines der größten Probleme für unsere Betriebe – drei Viertel der heimischen Unternehmerinnen und Unternehmer geben an, unter starkem Fachkräftemangel zu leiden. „Die Belastung für Unternehmerinnen und Unternehmer ist enorm – eine untragbare Situation für alle“, hält René Tritscher, Generalsekretär des Österreichischen Wirtschaftsbundes, fest.

Eine aktuelle Studie des ibw, Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft, im Auftrag der WKÖ zeigt, dass 87% der Betriebe den Fachkräftemangel spüren. Laut Erhebung fehlen in Österreich derzeit rund 162.000 Fachkräfte. Aufgrund der demografischen Entwicklung wird davon ausgegangen, dass sich dieser Bedarf in den kommenden Jahren drastisch erhöht, wenn nicht zügig die richtigen Maßnahmen getroffen werden. Das Problem betrifft alle Branchen, besonders aber Betriebe in der Tourismus- und Freizeitwirtschaft sowie im Gewerbe und Handwerk. Letztere haben auch mit den größten Besetzungsschwierigkeiten zu kämpfen.

Um den Fachkräftemangel zu lindern, muss an unterschiedlichen Schrauben gedreht werden: Essenziell ist, dass Fachkräfte dort zum Einsatz kommen, wo sie am dringendsten gebraucht werden. Die Studie zeigt, wie dramatisch die Unterschiede zwischen West- und Ost-Österreich tatsächlich sind. „Dieses Ungleichgewicht muss dringend minimiert werden. Dafür muss sowohl die Mobilität als auch die überregionale Vermittlung gestärkt werden“, fordert Tritscher. Beispielsweise kommen im Bezirk Ried im Innkreis auf 100 Stellen für Elektroinstallateure 5 arbeitslos gemeldete Personen, vergleichsweise dazu gibt es in Wien für dieselbe Stellenanzahl 320 potenzielle Kandidatinnen und Kandidaten.

Ein wichtiger Punkt im Maßnahmenpaket ist die Aufwertung der Lehre. „Die Weiterentwicklung der dualen Ausbildung sichert uns auch in Zukunft einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil für unseren Wirtschaftsstandort Österreich“, betont WB-Generalsekretär René Tritscher. Um auch in Zukunft ausreichend Fachkräfte für unsere Unternehmen sicherzustellen, werden die Wirtschaftskammern in den kommenden Jahren einen dreistelligen Millionenbetrag in erster Linie in die Aus- und Weiterbildung investieren.

„Klar ist auch: Ein Teil des Bedarfs wird nur durch qualifizierte Zuwanderung zu mindern sein, unter anderem über die Rot-Weiß-Rot-Card. Wir müssen die vorhandenen Potenziale nutzen und die Rot-Weiß-Rot-Card unter Berücksichtigung der Bedürfnisse der heimischen Wirtschaft neu ausrichten“, stellt Tritscher klar.

Wir setzen uns dafür ein, dass die heute von WKÖ-Präsident Dr. Harald Mahrer vorgestellten Maßnahmen rasch umgesetzt werden, sodass Österreichs Betriebe auf gut ausgebildete Fachkräfte zählen können. Denn so bleiben die österreichischen Unternehmen weiterhin wettbewerbsfähig und der Wirtschaftsstandort wird zum Wohle aller gestärkt.



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