Wien
Mitglied werden
Ihr Bundesland
Ihr Bezirk
Wirtschaftsbund
Wien

Wirtschaftsbund Wien informiert
über Basel III  

Wien,
10. November 2011  

Der Wirtschaftsbund Wien lud am Montag, 7. November 2011 in die Raiffeisen Zentralbank Österreich AG, um über das spannende Thema Basel III zu diskutieren. Dr. Herbert Pichler (Sparte Bank und Versicherung) und MEP Mag. Othmar Karas (Europäisches Parlament) lieferten Neuigkeiten aus erster Hand zum Stand von Basel III. Der Einladung zu diesem hochkarätig besetzten Abend folgten zahlreiche Unternehmerinnen und Unternehmer, um sich über das Bankenregulierungspaket und die Auswirkungen auf die Unternehmen zu informieren.  



Das Reformpaket Basel III, das die Eigenkapitalbasis und die Liquiditätsvorschriften für Banken regelt und ab 1.1.2013 in Kraft tritt, erzeugt in der Unternehmerschaft große Unsicherheiten und viele Fragen. Nachdem sich nach wie vor ein Großteil aller Unternehemen in Österreich über Kredite finanziert, aber gerade die Kreditvergabe durch die Erhöhung der harten Eigenkapitalquote auf 9% betroffen ist, fragen sich viele Wirtschaftstreibende, ob es auch in Zukunft leistbare Kredite geben wird.

Der Wirtschaftsbund lud deshalb hochkarätige Referenten ein, um die aktuellen Entwicklungen im Basel III Prozess vorzustellen, die geplanten Änderungen aufzuzeigen und die Auswirkungen auf die Wirtschaft zu diskutieren.

Begrüßt wurden die Gäste im luftigen Saal Sky Conference in der RZB am Stadtpark vom Hausherrn, dem Vorstand der Raiffeisen Zentralbank Österreich AG Dr. Johannes Schuster, der in seinem Eingangsstatement v.a. die Sorgen der Banken zu Basel III äußerte.

Die Gastgeberin des Abends KommR Brigitte Jank, Präsidentin der Wiener Wirtschaftskammer und Obfrau des Wiener Wirtschaftsbundes, betonte in Ihrer Begrüßung, dass alles dafür getan werden müsse, dass Basel III nicht zu einem Hemmschuh für die Wirtschaft wird und die Kreditvergabe an Unternehmen gewährleistet sein muss.

Im Anschluss daran erhielten die Gäste einen fachlichen Einblick in die Thematik durch den Bundesspartengeschäftsführer für den Bereich Bank und Versicherung Prof. Dr. Herbert Pichler. Dr. Pichler präsentierte den derzeitigen Stand der Diskussion und zeigte die Reglements von Basel III auf. Er bekannte sich als Interessenvertreter für die Bankenbranche zu Maßnahmen, um die Märkte und den Finanzsektor zu stabilisieren, allerdings gab er zu bedenken, dass der Zeithorizont für Reformen realistisch sein muss, um z.B. den geforderten Kapitalpolster aufzubauen und dass es eine sachlichere Herangehensweise an die Herausforderungen geben sollte.



Als Hauptreferent konnte der Wirtschaftsbund Wien MEP Mag. Othmar Karas gewinnen. Mag. Karas ist als Abgeordneter zum Europäischen Parlament Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Währung, als auch im Sonderausschuss zur Finanz-, Wirtschafts- und Sozialkrise. Er gilt nicht nur in Österreich, sondern auch auf europäischer Ebene als einer der profundesten Kenner der Basel III Regeln und hat diese auf politischer Ebene bisher mitverhandelt.

Er verteidigte das Bankenregulierungspaket und betonte, dass sich vieles noch im Verhandlungsprozess befindet. Er verwies aber auf die grundsätzliche Notwendigkeit die Eigenkapitalquote auf 9% zu erhöhen, um den europäischen Finanzsektor zu stabilisieren. Er sicherte auch zu, sich die Standpunkte aller Betroffenen anzuhören und in die Diskussion einfließen zu lassen, nach dem finalen Beschluss aber auch zu den Entscheidungen zu stehen und diese konsequent umzusetzen. Basel III darf seiner Meinung nach das Wirtschafts-wachstum nicht einschränken, muss die Kreditvergabe an Unternehmen gewährleisten und auf die jeweiligen nationalen Besonderheiten Rücksicht nehmen. Er äußerte sich zuversichtlich, dass mit Basel III auch eine gute Antwort auf die derzeitigen Turbulenzen auf den Finanzmärkten gegeben werden kann, obwohl Basel III auch ohne Finanzkrise notwendig gewesen wäre.

Bildergalerie

Im Anschluss an die Referate gab es die Möglichkeit für das Publikum, sich mit Fragen und Anliegen direkt an die Vortragenden zu wenden, was jedoch aufgrund der vorgeschrittenen Zeit bald auf die innoffizielle Ebene verlagert wurde. Bei Erfrischungen, Gulasch, Würstel und Brötchen konnten die Gäste noch den wundervollen Ausblick vom Dach der RZB über die nächtliche City genießen.