6. September 2010
Mit dieser Ansage begrüßte Christine Marek die rund 50 Frühstücksgäste des Wirtschaftsbundes Favoriten im Café Pascucci am Columbusplatz. Dr. Michael Walter – WB Obmann Favoriten – empfing die Spitzenkandidatin der ÖVP für den Wiener Wahlkampf um eine spannende Diskussion über die ökonomische Zukunft der Bundeshauptstadt anzuregen. Nach dem Wunsch der Unternehmer soll die Debatte „Hart, aber herzlich“ über den Wirtschaftsstandort Wien geführt werden.
Die Wirtschaftstreibenden ließen ihrem Frust über die Fehlentwicklungen in Wien freien Lauf und konfrontierten Christine Marek mit Bürokratie und Verwaltungshemmnissen, fehlender Innovations- und Impulskraft und dem Nicht Ausschöpfen des Potentials, dass die geografische Lage Wiens mit sich bringen würde. Die ÖVP Spitzenkandidatin ergänzte mit einem Vergleich: „Wenn in New York eine Unternehmensgründung 6 Tage und in Paris 7 Tage dauern, aber ein Jungunternehmer in Wien 28 Tage dafür aufbringen muss, geht viel an wirtschaftlicher Dynamik verloren.“ Unser Ziel muss es sein Wien als die führende Metropole in Mitteleuropa zu positionieren.
Eine Unternehmerin meinte dazu: „Solange ich aber 300 Bewerber für einen Lehrlingsposten benötige um die richtige Fachkraft zu finden – geht sehr viel Zeit und Geld verloren!“ Daraufhin entbrannte eine lebhafte Diskussion zum Thema Bildung und Arbeitsplätze. Viele Unternehmer monierten die fehlenden Kulturtechniken (Lesen, Schreiben, Rechnen), die einer Anstellung schon grundsätzlich entgegenstehen würden. Staatsekretärin Marek nahm den Ball auf: „Die deutsche Sprache ist unser gemeinsamer Nenner und unsere Basis, deshalb tretet die ÖVP Wien offensiv dafür ein, dass diese beherrscht werden muss.“ Nahtlos zog sich die Bildungsdebatte zur Arbeitsplatzthematik weiter. Marek: „Während in der Ära Häupl in Wien rund 5000 Arbeitsplätze vernichtet wurden, ist es österreichweit in dieser Zeit gelungen, mehr als 300.000 neue Jobs zu schaffen. Leider wieder ein Indiz dafür, dass die SPÖ Wien wirtschaftspolitisch flügellahm ist!“
Was denn der schwarze Lotse Christine Marek anders machen würde - wurde aus dem Publikum gefragt. Dazu holte die Familienstaatsekretärin aus: Durchforstung des Bürokratiedschungels, Zusammenfassung sämtlicher Kompetenzen, die Unternehmer betreffen unter einem Stadtrat, Neuregelung des Förderwesens, einen nachhaltigen Integrationsplan - damit die Menschen mit Migrationshintergrund und deren Potential für Wien nicht verloren geht. Wir brauchen beim AMS ein Key Account Management für die Unternehmer. Professionelle Ansprechpartner für Unternehmen, die Facharbeitskräfte suchen. Doppelgleisigkeiten mit dem WAFF müssen beseitigt werden, und der WAFF soll als neue, effizient agierende und transparent geführte Organisation den Wiener Arbeitsmarkt beleben.
Nach diesem Stakkato an wirtschaftpolitischen Forderungen schloss Dr. Michael Walter sinngemäß das Frühstück: „Wien braucht eine neue Wirtschaftspolitik!“ und bedankte sich bei den vielen Diskutanten für Ihr Kommen.


