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Brigitte Jank für weitere fünf Jahre
an Spitze der WK Wien bestätigt  

Wien,
28. April 2010

Brigitte Jank als Vertreterin der über 118.000 Wiener Unternehmer einstimmig wiedergewählt – Arbeitsprogramm für die kommenden Jahre ganz im Zeichen von Entlasten, Vereinfachen, Ankurbeln und Zielgruppenorientierung im Service – Jank fordert von Stadt Wien Wirtschaftspolitik als Querschnittsmaterie




Einstimmig hat heute das Wirtschaftsparlament der Wirtschaftskammer Wien in seiner konstituierenden Sitzung Brigitte Jank als Präsidentin der Wiener Wirtschaftskammer und damit als höchste Vertreterin der mehr als 118.000 Wiener Wirtschaftstreibenden für weitere fünf Jahre bestätigt.

„Die Unternehmer haben bei den Wirtschaftskammer-Wahlen ein klares Zeichen für Kontinuität gesetzt und sich für ein Programm der Entlastung, Vereinfachung und Ankurbelung ausgesprochen“, sagt Jank. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit stehe daher nun, das Wirtschaftsprogramm E.V.A. in Umsetzung
zu bringen, Wirtschaftspolitik als Querschnittsmaterie in der Stadt Wien zu verankern und die Services der Kammer zielgruppenorientiert weiterzuentwickeln.

Wirtschaftslage in Wien bleibt herausfordernd
Wie eine aktuelle Befragung der Wiener Unternehmer zeigt, bleibt die wirtschaftliche Lage der Wiener Betriebe trotz Anzeichen einer Besserung angespannt. Vor allem im Bereich der Investitionen zeigen sich die Betriebe äußerst zurückhaltend, von einem selbsttragenden Aufschwung sei man noch weit entfernt, so Jank. Nur knapp die Hälfte der Befragten wollen laut der Umfrage im selben Ausmaß bzw. mehr investieren als im letzten Jahr – die Zahl der Betriebe, die weniger oder gar nicht investieren, steigt. Vorrangig ist
es daher, die Unternehmen zu entlasten und die Finanzierung wichtiger Projekte zu sichern. Während die Konjunkturpakete der Stadt kaum strukturelle Wirkung gehabt hätten, müssten nun die aktuellen Diskussionen über Verwaltungsrefomen und steuerlichen Maßnahmen zur Budgetsanierung auf Bundesebene dazu genutzt werden, nachhaltige Veränderungen mit wirtschaftspolitischer Tragweite einzubegleiten. Konkret nannte Jank dabei beispielhaft die Vereinfachung des Steuersystems, die Entlastung des Faktors Arbeit, eine Arbeitszeitflexibilisierung, eine Wachstumspolitik für EPU und eine Unterstützung bei der Finanzierung von Kleinstkrediten.

Neue Wirtschaftspolitik für Wien
Ausgehend von der derzeitigen Wirtschaftslage fordert Jank von der Stadt Wien eine neue Wirtschaftspolitik für die kommenden Jahre. „Seit Jahren fehlen in der Kommunalpolitik Ideen und Konzepte“, so Jank. Man müsse weg von einer stratgielosen Anlasspolitik und hin zu einer durchdachten Wirtschaftspolitik als Querschnittsmaterie über alle Politikbereiche. „Es ist nicht einzusehen, warum Maßnahmen im Bereich Wohnbau, Arbeitsmarkt oder Gesundheit nicht auch auf ihre wirtschaftspolitischen Auswirkungen geprüft und allenfalls angepasst werden", sagt Jank. Wien brauche ein klares Profil und wirtschaftspolitische Leitlinien, an denen sich die Stadt in ihrer Arbeit orientiert.



Wirtschaftspolitische Leitlinien 2015
Für die kommenden fünf Jahre hat Jank zehn konkrete Schwerpunkte definiert, denen sie sich in ihrer Arbeit besonders widmen wird.

1. Wiens Wirtschaft muss breit aufgestellt sein.
Nur Dienstleistungszentrum zu sein, ist zu wenig. Wien braucht das Wissen, die Erfahrung und die Innovationen des produzierenden Gewerbes und der Industrie. Daher sind alle Anstrengungen zu unternehmen, diese Bereiche
nicht nur zu halten, sondern aus- und aufzubauen. Heute entfallen mehr als
80 Prozent der Wiener Wertschöpfung auf den Dienstleistungsbereich.
Wien braucht als wachsende Stadt wieder mehr Produktion und daher
eine Zuwanderung von Produktionsbetrieben.

2. Wien muss sich als überregionale und internationale Güterverkehrs-drehscheibe etablieren.
Keine Metropole in Mitteleuropa verfügt über bessere Voraussetzungen als Wien, die Verkehrswege Straße, Schiene, Luft und Wasser besser und effizienter miteinander zu verbinden. Daher bedarf es des gezielten Ausbaus der Wiener Logistikzentren und einer Perspektive, die bis nach Fernost reicht.

3. Wien muss seine Chancen als Stadt der Creative Industries nutzen.
Die Entwicklung der letzten Jahre hat das vielversprechende Potenzial der Kreativen und ihren positiven Einfluss auf Innovation und neue Produkte bewiesen. Dieses Potenzial muss zur Gänze und damit zum Wohl der gesamten Wiener Wirtschaft genutzt werden, indem die Creative Industries
in jeder Hinsicht Unterstützung, beste Rahmenbedingungen und attraktive Plattformen für ihre Arbeit vorfinden.

4. Wien hat die Chance, zum wichtigsten Bank- und Finanzstandort Mittel-Osteuropas zu werden.
Die kluge Expansions- und Partnerstrategie der Börse Wien, das Engagement der Wiener Banken und Versicherungen tragen bereits Früchte. Jetzt geht es darum, sie in jeder Weise so zu unterstützen, dass Wien zu einem international anerkannten Finanzzentrum von Bedeutung wird - mit einer Strahlkraft, die sich auf den gesamten CEE-Raum sowie Süd-Ost-Europa erstreckt.

5. Wiens Zukunft liegt in der weiteren Internationalisierung.
Die deutliche Zunahme der exportierenden Wiener Betriebe und die Attraktivität Wiens als Sitz von 300 internationalen Headquarters skizzieren den Weg. In den kommenden Jahren entscheidet es sich, ob dieser Trend zu einer unumkehrbaren Entwicklung wird. Wiens Ziel muss es sein, international noch viel stärker verflochten und verbunden zu sein. Das bedeutet auch, dass Wien mit Hochdruck daran arbeiten muss, international als attraktiver und Karriere fördernder Arbeitsort anerkannt zu werden.

6. Wien muss sich mit den Besten messen.
Zurzeit wird Wien vor allem an den Metropolen Mittel-Osteuropas gemessen. Unser Ziel aber muss es sein, in einem Atemzug mit München, Mailand, Paris, London genannt zu werden - und zwar als Spitzenreiter.

7. Wien muss wissen, wohin es sich entwickelt.
Es gilt, eine klare Vision für Wien 2020 zu formulieren. Die Ziele, die Wirtschaft, Gesellschaft und Stadtentwicklung vereinen, müssen aufeinander abgestimmt werden und eine notwendige Aufbruchstimmung unterstützen. Es muss alles daran gesetzt werden, bestehende Betriebe in Wien zu halten und Neuansiedelungen unter Einsatz von effektiven Akquisitionsstrategien durchzuführen. Wir brauchen ausländische Investitionen in Wien!

8. Wien muss über den Tellerrand des Föderalismus blicken.
Die weitere Entwicklung Wiens kann nur in Kooperation und im engen Zusammenwirken mit den umliegenden Regionen Niederösterreich, Bratislava, Westslowakei, Nordburgenland, Westungarn und Südmähren vorangetrieben werden. Die Vielzahl an Initiativen, die bisher bestehen, müssen durch eine grenzüberschreitende Politik der Zusammenarbeit aus einem Guss ersetzt werden.

9. Wien muss die Besten anziehen. Wir stehen in einem globalen Wettbewerb um die besten Köpfe.
Wien muss daran arbeiten, internationalen Spitzenkräften ein so attraktives, vielversprechendes und lohnendes Umfeld zu bieten, damit Wien ein Muss in allen internationalen Lebensläufen wird.

10. Wien muss weiterhin zu den wichtigsten Konferenzstädten der Welt zählen. Diese Stellung muss ausgebaut werden, etwa durch eine Ergänzung um themenspezifische Spezialmessen, die es so nur in Wien gibt und nirgendwo sonst. Hierzu sind Rahmenbedingungen zu schaffen, um schnell, flexibel und individuell auf die Informationsbedürfnisse der Kongressbesucher einzugehen.

Fortsetzen der Serviceoffensive: Fokus auf Zielgruppen
Parallel zu ihren wirtschaftspolitischen Anliegen wird Brigitte Jank die vor einigen Jahren begonnene Serviceoffensive der Wirtschaftskammer weiterentwickeln und in eine neue Phase bringen. Die Schwerpunkte legt sie dabei besonders auf die stärkere Fokussierung auf die unterschiedlichen Zielgruppen innerhalb der vielseitigen Wiener Unternehmerschaft und auf die Optimierung der Ansprache der Mitglieder. „Ich wünsche mir, dass jedes Mitglied mindestens zweimal im Jahr die Serviceleistungen der Wirtschaftskammer Wien aktiv in Anspruch nimmt. Denn aus den Befragungen der vergangenen Jahre wissen wir, dass Mitglieder, die unser Angebot nützen, auch zufriedene Mitglieder sind“, sagt Jank. Neue Wege will die Kammer auch im Bereich Web 2.0 gehen und über diese Systeme eine neue, zusätzliche Art der Kommunikation mit den Mitgliedern aufbauen. Nach dem erfolgreich etablierten FORUM Ein-Personen-Unternehmen für Wiens Kleinstbetriebe
wird die Kammer auch an einem eignen KMU-Paket arbeiten und eine neue Offensive für Wiens Großbetriebe starten. Die bereits im Februar eingeleitete Betreuungsinitiative für in Wien ansässige Headquarters internationaler Konzerne soll nun voll in Umsetzung gebracht werden.

„Die kommenden Jahre werden für die Wiener Wirtschaftstreibenden ganz entscheidend sein“, so Jank. „Jetzt heißt es alles zu tun, um die Konjunktur wieder in Fahrt zu bringen und die teilweise schweren Folgen der Krise so gut es geht zu überwinden.“