Betriebe über´m Donaukanal fordern: „Vorgang für Lieferverkehr und Nahversorgung“
„Ist es zwischen Donaukanal und Donau vor allem die liebe Not mit dem Parkplatz oder dem Parkpickerl so äußern Gewerbetreibende nördlich der Donau den massiven Wunsch nach Rezepten für die Belebung der Nahversorgung, um den Einkaufszentren Einhalt zu bieten.“ So könnte die Kurzzusammenfassung einer überaus gut besuchten Wirtschaftsbundveranstaltung der Bezirke Leopoldstadt (2), Brigittenau (20), Floridsdorf (21) und Donaustadt (22) am Mittwoch, 7. Oktober 2009 im Schweizerhaus im Prater aussehen.

„Ist es zwischen Donaukanal und Donau vor allem die liebe Not mit dem Parkplatz oder dem Parkpickerl so äußern Gewerbetreibende nördlich der Donau den massiven Wunsch nach Rezepten für die Belebung der Nahversorgung, um den Einkaufszentren Einhalt zu bieten.“ So könnte die Kurzzusammenfassung einer überaus gut besuchten Wirtschaftsbundveranstaltung der Bezirke Leopoldstadt (2), Brigittenau (20), Floridsdorf (21) und Donaustadt (22) am Mittwoch, 7. Oktober 2009 im Schweizerhaus im Prater aussehen.
In einer breit angelegten Unternehmensbefragung ging der Wirtschaftsbund der Frage nach: „Wie ist die unternehmerische Lage jenseits des Donaukanals?“ Die Ergebnisse wurden im Rahmen der „Wirtschaft fordert Politik“-Tour vorgestellt, wobei an diesem Abend der Dialog mit den über 200 Gewerbetreibenden im Vordergrund stand.
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Zum Einstieg gab es die generelle Stimmungslage: Unternehmerinnen und Unternehmer bewerteten die Situation in ihrem Bezirk auf einer Skala von 1 (ganz schlecht) bis 10 (sehr gut). Donaustadt stellt mit einem Wert von 6,99 den Spitzenreiter der vier Bezirke dar, sehr wohl fühlen sich auch die Unternehmerinnen und Unternehmer in der Leopoldstadt, diese liegt mit einem Wert von 6,63 über dem Wiener Durchschnitt. Floridsdorf liegt mit einem Wert von 6,29 in der Mitte und die Brigittenau mit 5,70 am Ende der Skala.

„Der bürokratische Aufwand um als Unternehmer zu einem Parkpickerl zu gelangen ist einfach zu groß“ fasste Michael Neischl, Obmann des WB-Leopoldstadt ein wesentliches Anliegen von drei Viertel seiner Unternehmer zusammen. Dabei werden Vereinfachungen bei der Nachweispflicht für die Notwendigkeit eines Parkpickerls sowie die Verkürzung der Wartedauer darauf gefordert. Über 2/3-Zustimmung im „Zweiten“ fanden auch Überlegungen zur Förderung der Nahversorgung. Neischl: „Finanzielle Unterstützung für die Betriebe bei allen Arten von Baustellen vor ihrem Geschäftslokal (Anm.: nicht nur bei U-Bahnbauten wie bisher), Geschäftslokalmieten-Förderung für die gezielte Ansiedelung von Nahversorgern oder die infrastrukurelle Verbesserung in der Taborstraße – all das wäre eine gezielte Belebung des Geschäftslebens in der Leopoldstadt.“
„20 statt 10 Minuten kostenfreie Kurzparkdauer, das würde für den Zulieferverkehr eine echte Erleichterung bedeuten und viele Strafmandate sparen“ teilte Erwin Fellner, Obmann des WB-Brigittenau, die Meinung über Verbesserungsvorschläge für Liefertätigkeiten mit 83 Prozent der Brigittenauer Unternehmen. Neben dem bereits aus der Leopoldstadt bekannten Anliegen zum Parkpickerl soll auch im „Zwanzigsten“ eine gezielte Förderung von Geschäftslokalmieten das Nahversorgungsangebot für die Wallenstein-, Jäger-, Klosterneuburger- und Marchfelderstraße optimieren.
„Wir meinen, dass nur ein absoluter Neubaustopp für Einkaufszentren und Fachmärkte auch in Floridsdorf die Stadt der kurzen Wege realisieren kann“, berichtet Erwin Pellet, der Obmann des WB-Floridsdorf über die Meinung von 75 Prozent seiner Floridsdorfer Gewerbetreibenden. Auf den Arbeiten des Einkaufstraßenmanagements der Wirtschaftskammer aufbauend soll in den verschiedenen Regionen unseres Bezirks der Bedarf der Konsumenten genau erhoben werden und anschließend kann die Ansiedelung dieser Nahversorgerbetriebe gezielt gefördert werden. Pellet sieht dazu Reformbedarf bei der Nahversorgerförderung: „Das Instrument muss weiter flexibilisiert werden. Was an der Wieden als Nahversorger-förderungswürdig erscheint muss in Floridsdorf noch lange nicht zutreffen. Was nachgefragt wird soll gefördert werden!“
„Wir sind ein betriebliches Ansiedelungsgebiet und daher sollten wir versuchen Produktionsstätten in die Donaustadt zu holen“ fasst Günter Rohrböck, Obmann des Donaustädter Wirtschaftsbundes, eine wesentliche Erkenntnis aus Befragung und Diskussion mit seinen Gewerbetreibenden zusammen. Für die Aspanggründe beispielsweise könnten High Tech-Betriebe gewonnen werden, vorausgesetzt wird eine von der Stadt betriebene Ansiedelungspolitik. „Wir brauchen große Betriebe, weil es unser Ziel ist, Arbeitsplätze und damit Konsumenten in der Donaustadt zu schaffen“ und Rohrböck weiter: „Wo viele Konsumenten da auch viele neue Nahversorgerbetriebe.“
„Verkehr ermöglichen, Bürokratie vereinfachen, Wirtschaftsentwicklung gezielt fördern“ fasste Alexander Biach, Direktor des Wiener Wirtschaftsbundes, den spannenden und regen Diskussionsverlauf des Abends zu zusammen und versprach den anwesenden Gewerbetreibenden auch im Namen der Obfrau des Wiener Wirtschaftsbundes, Wirtschafskammer-Präsidentin Brigitte Jank: „Die vielen wertvollen Erkenntnisse, sind für uns Auftrag, uns noch intensiver und zielgenauer für die Anliegen unserer Unternehmerinnen und Unternehmer einzusetzen.“


