Viele steuerrecht liche Rechtsfolgen (wie Freibeträge oder Prämien) setzen eine Eintragung in der Steuererklärung voraus. Was passiert bei einem Versäumnis?
Die Rechtssprechung und die Finanzverwaltung behandeln eine nachträgliche Geltendmachung unterschiedlich. Kann die ursprüngliche Steuererklärung nur bis nach Ablauf der Berufungsfrist (1 Monat) oder bis zum Ablauf der Verjährungsfrist (5 Jahre) noch berichtigt werden? Oft ist ein Antrag auf Wiederaufnahme die Rettung. Voraussetzungen für einen Antrag sind dann gegeben, wenn neue Tatsachen oder Beweismittel hervorkommen, die im abgeschlossenen Verfahren ohne grobes Verschulden der Partei oder dessen Vertreter nicht geltend gemacht werden konnten. Neu ist eine Tatsache, wenn diese der Behörde noch nicht bekannt gegeben wurde. Kein grobes Verschulden liegt vor, wenn ein Fehler unterläuft, den gelegentlich auch ein sorgfältiger Mensch begeht. Der Antrag ist binnen einer Frist von drei Monaten von dem Zeitpunkt an, in dem der Antragsteller nachweislich von dem Wiederaufnahmegrund Kenntnis erlangt hat, einzubringen.