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JULI 2009 | VORARLBERGER WIRTSCHAFT

Liebe Leser!

Gerne würde ich Ihnen an dieser Stelle berichten, dass wir die konjunkturelle Talsohle erreicht haben und unsere Wirtschaft sich wieder konsolidieren kann. Doch leider bin ich so gut oder schlecht informiert, wie die Wirtschaftsforscher auch. Prognosen und Prophezeiungen, Phantasien und Mutmaßungen sind meine Art nicht – das Kaffeesudlesen überlasse ich wie die meisten Vorarlberger Unternehmer anderen.

Was wir tun müssen, ist mit der unerfreulichen Situation so gut wie nur möglich umzugehen und größeren Schaden von Unternehmen, unseren Mitarbeitern und unserem Standort abzuhalten. Bei diesem Vorhaben können wir auf starke Partner zählen. Zuvorderst unsere Landesregierung, die im für die Wirtschaft so wichtigen Baubereich mit ihrer Sanierungsförderung Maßnahmen gesetzt haben, die nunmehr greifen. Mit über 40 Prozent mehr Förderungsanträgen im privaten Bereich wird der Konjunkturanschub für die heimischen Handwerksbetriebe durch die Landesförderung erreicht.




Langfristiger Nutzen durch Landesförderung
Die Förderung des Landes ist langfristig angelegt. Jetzt stellen wir damit die Weichen für einen verantwortungsvollen Umgang mit unseren Ressourcen und der Umwelt und helfen, den Hausbesitzern zu sparen. Denn früher oder später werden die Energiepreise wieder jenes Niveau erreichen, mit dem sie uns vor der globalen Wirtschaftskrise geschockt haben. Die Bauwirtschaft und ihre vielen Mitarbeiter sind für den Standort ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, an ihrer Auftragslage kann man – ohne zu spekulieren – den Zustand der Wirtschaft ganz gut ablesen. Das Land Vorarlberg hat im Baubereich eine ganze Reihe weiterer Projekte vorgezogen, um diesen Wirtschaftsmotor anzuwerfen. Infrastrukturprojekte wurden vorgezogen, Gemeinden in ihren Bauvorhaben unterstützt und Bedingungen so geändert, dass unsere heimischen Unternehmen bei Aufträgen zum Zug kommen. Die Maßnahmen zeigen positive Wirkung. Jetzt haben auch jene Arbeitgeber wieder Chancen auf öffentliche Aufträge, die hier für Arbeitsplätze und Steuereinnahmen sorgen.

Manche Dinge werden wieder klarer gesehen
Die Wirtschaftskrise wird uns auf absehbare Zeit weiter beschäftigen. Als exportorientiertes Land kann sich Vorarlberg nicht abkapseln und will es auch nicht. Die Krise hat in manchen Bereichen aber auch dafür gesorgt, dass verschiedene Dinge wieder klarer gesehen werden.
Die Menschen in Vorarlberg erkennen wieder verstärkt den Nutzen einer regionalen Wirtschaft. In diesem Zusammenhang fordere ich die Vorarlberger Bürgermeister nochmals auf, ihren Spielraum zu nutzen und wenn möglich geplante Vorhaben im Hoch- und Tiefbau so rasch wie möglich zu realisieren.



Ihr
Manfred Rein


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