Liebe Leser!
Die Lage der Weltwirtschaft hat sich in den letzten Monaten etwas entspannt, unsere Unternehmen konnten sich durchwegs über ein leichtes Plus in den Auftragsbüchern freuen.
Doch jetzt müssen wir mit den Staaten zittern – wie sich herausstellt, werden die Verpflichtungen, die die Euro-Länder eingegangen sind, nicht wirklich ernst genommen. Die Verträge, die unterschrieben wurden, sind offensichtlich nicht das Papier wert, auf dem sie geschrieben wurden und bringt mehrere Staaten an den Rand des Bankrotts. Als Konsequenz aus dieser prekären Situation muss es zu einer neuen Fairness gegenüber der Realwirtschaft kommen. Ich erwarte von den verantwortlichen Politikern endlich konkrete Schritte gegen die Schrankenlosigkeit der internationalen Spekulanten.Bei der nationalen Schuldenbekämpfung darf das Pferd nicht falsch aufgezäumt werden. Der Staat lässt sich nur sanieren, wenn wir erneuern statt besteuern. Eine Konsolidierung der Staatsfinanzen ist nicht machbar, wenn wir auf Wachstum verzichten bzw. keine Wachstumssignale setzten. Die Wirtschaft braucht daher keine neuen Steuerideen, sondern ein Impulsprogramm für eine höheres Wirtschaftswachstum.
Fünf Punkte für Vorarlbergs Wirtschaft
Bei den Wirtschaftskammerwahlen wurde unser Arbeitsprogramm für die neue Funktionsperiode mit großer Mehrheit bestätigt. Nun gehen wir zügig an die Umsetzung und haben uns fünf Schwerpunkte gesetzt.
Unser wichtigster Trumpf im Wettbewerb sind unsere Mitarbeiter. Deshalb wird die Qualifizierung, die Aus- und Weiterbildung unserer Unternehmer und der Mitarbeiter für die Vorarlberger Wirtschaftskammer auch in Zukunft das wichtigste Thema sein. Das Wirtschaftsförderungsinstitut ist der Bildungsanbieter Nummer Eins im Land. Mit zahlreichen Initiativen im Bereich der dualen Ausbildung, mit unserer Unterstützung für die Schulen und der Wissensinitiative „Wif-Zack“, sind wir gut aufgestellt.
Ein weiterer Themenschwerpunkt ist die Energie. Der sparsame Umgang mit diesen Ressourcen ist ein Gebot der Stunde – nicht nur aus umweltpolitischer Sicht, auch ökonomisch rechnet sich das. Innovation darf nicht nur Schlagwort sein. Durch unsere Aktivitäten und Beteiligungen schaffen wir Möglichkeiten für unsere Firmen – auch die kleinen – neue Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln.
Das führt mich zu einem weiteren wesentlichen Punkt unseres Programmes: Durch strategische Partnerschaften (Beteiligung an der WISTO, VResearch) werden wir ein Optimum an Nutzen für die Wirtschaft generieren. Auch im Energiebereich werden wir durch gemeinsame Aktivitäten mit den Partnern Energieinstitut und VKW-Illwerke für unsere Unternehmen noch mehr Nutzen stiften. Im Servicebereich werde wir dieAngebotsvielfalt erhöhen und weiter entwickeln. Der Servicenutzen soll künftig jedem Mitglied im Unternehmeralltag präsent sein.
Egoismus statt Partnerschaft
Das Gegenteil einer Partnerschaft erleben wir gerade jetzt. Die Ärztekammer hat den Vertrag mit der gewerblichen Sozialversicherung gekündigt. Die Ärztevertreter bestehen auf ihren überhöhten Tarifen für die gewerblich Versicherten. Dieser vertragslose Zustand hat nur dann einen Sinn, wenn grundlegende Veränderungen im österreichischen Gesundheitswesen angegangen werden und endlich eine Gleichbehandlung aller Versicherten erreicht wird.
Manfred Rein
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