Liebe Leser!
Der Diskussionsprozess „Mobil im Rheintal“ wie auch die energiepolitische Diskussion infolge der Reaktorkatastrophe in Japan rücken auch den Verkehr, die verschiedensten Antriebsformen und hier in Vorarlberg auch das Ringen um eine vernünftige effiziente Verkehrsinfrastruktur in den Mittelpunkt.
Und diese Diskussion zeigt eines: Es gibt kein Patentrezept und es bringt in der Debatte überhaupt nichts, sich auf „eine und einzige“ Form des Verkehrs festzulegen. Was wir brauchen ist ein Zusammenspiel aller Mitspieler. Das beginnt beim Individualverkehr. Der von der Landesregierung frühund mit aller Konsequenz in Angriff genommene Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs
(ÖPNV) zeigt deutlich Wirkung. Immer mehr Vorarlberger nutzen das dichte Netz aus Eisenbahn- und Busverbindungen, das die Straßen deutlich entlastet – freilich gibt es noch genug Potenzial nach oben. Wie das ausgeschöpft wird, steht sicher auf dem Programm der Jubiläumsfeierlichkeiten: vmobil feiert
heuer nämlich sein zwanzigjähriges Bestehen. Dazu meine herzliche Gratulation und meine Aufforderung: Nit lugg lo, es gibt noch genug Autofahrer, die umsteigen könnten.
Ein funktionierender öffentlicher Personennahverkehr ist auch deshalb so wichtig, weil im Wirtschaftsverkehr auf die Strasse nicht verzichtet werden kann – auch wenn das einige „Verkehrsexperten“ immer wieder und gegen besseres Wissen immer wieder behaupten. In Vorarlberg sind zum Glück sehr gute und sehr exportorientierte Betriebe in Talschaften und Gemeinden angesiedelt, die nicht an die Schiene angeschlossen sind und auch nie angeschlossen werden können. Nach Deutschland Deutschland haben wir nach wie vor eine Schienenverbindung, die nicht leistungsfähig genug ist, um die Straßen in Vorarlberg tatsächlich echt zu entlasten.
Und es liegt auch nicht in unserer Zuständigkeit, dies schnell zu ändern. Die Lkw, die tagtäglich im unteren Rheintal ihre Dienstleistungen erbringen müssen, können nicht einfach ersetzt werden. Im Zuge der Diskussion wurde von den Naturschützern die Notwendigkeit einer hochrangigen Straßenverbindung nicht in Abrede gestellt. Allerdings, und das ist perfide und trägt überhaupt nichts zur Verbesserung der Verkehrssituation bei, wurde von den grünbewegten Verkehrspolitikern eine Variante in die Diskussion eingebracht, die wenig zur Lösung des Problems bringt. Ich bin überzeugt, dass dies kein Zufall ist, sondern ein weiterer Beitrag der Grünen, eine Straßenverbindung in die Schweiz zu verhindern.
Zur Bahn: Da kann ich nur ja sagen und die Verkehrsexperten sind gleicher Meinung. Wir brauchen dieses Transportmittel in Zukunft dringender denn je. Aber was macht die Bahn? Weil in der Vergangenheit große Investments der ÖBB-Tochter Rail Cargo Austria schief gelaufen sind, wird jetzt an der Infrastruktur gespart. Statt besseres Service werden Verbindungen gecancelt. Statt den Güterbahnhof auszubauen, werden nicht einmal wichtige Gerätschaften angeschafft. Ein Anfang ist zwar gemacht, aber diese Diskussion muss ernsthaft und vor allem rasch geführt werden. Die Vorarlberger Wirtschaft braucht eine leistungsfähige Bahn und ich werde mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln dafür kämpfen.
Manfred Rein
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