Liebe Leser!
Ohne Mobilität ist die Welt heute nicht mehr vorstellbar – das gilt für alle Bereiche, besonders aber für die Wirtschaft. Wie fragil die internationale Verkehrsinfrastruktur ist, zeigte sich in den vergangenen Tagen.
Der isländische Vulkanstaub legte den Flugverkehr lahm. Zigtausend Reisende konnten nicht abheben, wertvolle Fracht konnte nicht zum Kunden transportiert werden. Auch auf unseren Straßen geht oft nichts mehr. Die Staus häufen sich auch in Vorarlberg – durch diesen Stillstand gehen der Volkswirtschaft Milliarden Euro verloren.Niemanden ist damit geholfen, wenn man ohne nachzudenken einfach neue Straßen baut – abgesehen davon, dass sich die jeweils betroffenen Anrainer mit Vehemenz und oft auch mit Erfolg dagegen wehren. Wir brauchen ein ganzes Bündel an Maßnahmen, um die Mobilität aufrecht zu erhalten um den ökologischen und ökonomischen Zielen zu entsprechen.
Herausforderung ÖPNV
Das Land Vorarlberg hat diese Entwicklung schon frühzeitig erkannt und zukunftsträchtige Strategien entwickelt. Als andere Regionen noch auf den Individualverkehr setzten, wurde in unserem Land ein flächendeckendes ÖPNV-Netz (Öffentlicher Personennahverkehr)aufgebaut, was aus geographischer Sicht nicht einfach war und auch heute noch eine Herausforderung ist, will man alle Anforderungen unter einen Hut bringen.
Die Schaffung und ständige Verbesserung dieses Angebotes ist Voraussetzung für die Bewusstseinsbildung bei den Bürgern. Es dauert seine Zeit, bis solche Angebote beim Benutzer ankommen und schließlich auch in Anspruch genommen werden. Die Zahlen des Verkehrsverbundes zeigen, dass dies gelungen ist – die Angebote greifen im Berufsverkehr ebenso wie bei Jugendlichen. Durch den Öffentlichen Personennahverkehr und auch durch den Ausbau des Radwegenetzes, der von der Landesregierung parallel durchgeführt wurde, wird unsere Verkehrsinfrastruktur wesentlich entlastet, die immer strengeren internationalen Umweltauflagen können besser umgesetzt werden.
Doch das allein wird nicht reichen: Wir müssen die Bahninfrastruktur den Anforderungen der Wirtschaft anpassen. Der Güterbahnhof Wolfurt platzt aus allen Nähten, ein Ausbau ist höchst an der Zeit, um dem Warenumschlag gerecht zu werden. Wenn man schon immer vom „intelligenten“ Transportmittel Eisenbahn spricht, dann muss jetzt etwas geschehen.
Und natürlich brauchen wir auch neue Straßen: Dass zwischen Dornbirn und Hohenems Betriebsansiedlungen forciert werden, ist richtig: Aber die Unternehmen brauchen auch eine Anbindung an die Autobahn, die möglichst anrainerverträglich ist. Die derzeitige Situation ist weder für die produzierenden Firmen befriedigend noch für die Bevölkerung in Dornbirn und Hohenems, die ebenso wie die Lustenauer wirklich unter dem hohen Lkw-Aufkommen leiden. Die Wirtschaft will nicht um jeden Preis neue Straßen – sie will eine funktionierende Verkehrsinfrastruktur, die es ermöglicht den Produktionsstandort Vorarlberg aufrecht zu erhalten und damit Arbeitsplätze zu sichern. Ich bin überzeugt, dass wir dies erreichen können: Wenn wir alle Möglichkeiten zur Lenkung und Senkung des Verkehrsaufkommen nutzen.
Manfred Rein
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