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November 2017 | VORARLBERGER WIRTSCHAFT

Liebe Leserinnen, liebe Leser!

Bei hohen Bildungsausgaben erreichen die österreichischen Schüler im internationalen Vergleich nur durchschnittliche Ergebnisse. Das diagnostiziert auch die Agenda Austria in ihrer eben vorgelegten Roadmap zum Wirtschaftsstandort Österreich. Österreich schafft es trotz hoher Ausgaben im Bildungsbereich nicht, vergleichsweise gute Ergebnisse zu erzielen. Ziel sollte es daher sein, die Kosten im Bildungssystem zu senken, die Gelder effektiver zu verteilen sowie die Qualität des Bildungssystems zu steigern, um in die Gruppe von Ländern mit den besten Bildungssystemen aufzusteigen.

WK-Bildungspaket
Im November 2012, also exakt vor fünf Jahren, haben wir als Wirtschaftskammer Vorarlberg ein viel beachtetes 10-Punkte-Programm für ein modernes Bildungssystem vorgelegt. Einiges ist seit damals passiert. Erste veraltete und hinderliche Strukturen brechen nun auf, neue pädagogische Konzepte rücken immer mehr ins Zentrum bildungspolitischer Debatten und auch so manche politisch Verantwortliche haben die Notwendigkeit einer Veränderung erkannt. Wir diskutieren heute etwa ernsthaft über Modellregionen für eine gemeinsame Schule, sehen erste Erfolge in schulischen Ganztagsangeboten mit verschränktem Unterricht, registrieren Versuche, die Schulautonomie weiter zu stärken oder freuen uns über die Umsetzung eines dualen Studiums zusammen mit der FH Vorarlberg.



Und doch geht uns Vieles zu langsam und nicht weit genug. Wer in die Zukunft der Bildung schauen will, wird notwendigerweise anecken. Das liegt vor allem daran, dass in Österreich der politische Diskurs zum Thema Bildung vornehmlich auf eine Systemfrage fokussiert ist. Für uns als Wirtschaftskammer ist die Systemfrage irrelevant. Wir wollen kein System abschaffen und keines bevorzugen. Das Türschild auf der Schule ist uns egal! Uns geht es um zeitgemäße Pädagogik. Uns geht es um den Wettbewerb der guten Ideen und schließlich um den Wettbewerb der guten Schulen.

Mit dem 1. Bildungsforum vor 4 Jahren haben wir einen Stein ins Rollen gebracht und wir sorgen dafür, dass er weiterrollt! Und: Wir reden nicht nur über Bildung. Wir handeln. Wir haben Schulen aktiv in ihrer Entwicklung unterstützt. Gemäß dem Motto: „Wer wartet, verliert!“, haben sich drei Mittelschulen in Vorarlberg bereits auf den Weg gemacht, setzen inhaltliche Neuerungen wissenschaftlich begleitet von ausgezeichneten Experten und Schulpreisträgern. Sie beweisen damit, dass mit Wille und Engagement Impulse für ein besseres Bildungssystem möglich sind.

Unsere moderne Informations- und Wissensgesellschaft lebt von einem sehr guten Bildungs- und Schulsystem! Nur so bleiben wir wettbewerbsfähig und können den Wohlstand und den sozialen Frieden sichern. Nur so können wir den Menschen eine lohnende berufliche und private Perspektive bieten! - Bildung ist DIE Voraussetzung dafür.


Hans-Peter Metzler
WB-Obmann

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