Durchwachsen ist die Bilanz des nun zu Ende gehenden Jahres. Einem beispiellosen Konjunkturhoch im ersten Halbjahr folgten im zweiten sowohl auf internationaler Ebene wie auch in Österreich immer stärkere Anzeichen für einen Abschwung. Ganz zu schweigen von den Schwierigkeiten, die im Süden Europas sogar die gemeinsame Währung ins Wanken gebracht haben – und die Rettung wird uns auch in nächster Zeit stark beschäftigten.
Aber es gibt natürlich auch positive Ereignisse auf der Haben-Seite zu verbuchen. In Vorarlberg hat auch im zu Ende gehenden Jahr 2011 das Sanierungspaket seine Wirkung gezeigt. Im Gewerbe waren die Auftragsbücher voll, das wirkte sich auch auf den Arbeitsmarkt aus. Die Arbeitslosenquote ist (noch) so niedrig wie seit Jahren nicht – was uns allerdings auf eines der drängendsten Probleme unserer Betriebe aufmerksam macht: Wir brauchen dringend Fachkräfte – wir müssen uns in Zukunft noch stärker auf die Ausbildung unserer Jugend konzentrieren. Darüber sind sich alle im Land einig und da können wir auch auf den neuen Landeshauptmann zählen, wenn es darum geht, die entsprechende Infrastruktur zur Verfügung zu stellen. An dieser Stelle auch mein Dank an die Unternehmen, die mehr Ausbildungsplätze als je zuvor zur Verfügung stellen.Hochqualifizierte Mitarbeiter sind unser wichtigstes Kapital
Ein echter wirtschaftspolitischer Erfolg war es, dass unsere Betriebe auch weiterhin die Basisförderung für Lehrstellen erhalten. Die Rot-Weiß- Rot-Karte, die heuer eingeführt wurde, ist eine weitere wichtige Hilfe im Ringen um hochqualifizierte Kräfte. Und das sei gesagt: Auch wenn der Konjunkturmotor zum Jahreswechsel ordentlich stottert – umso wichtiger ist es, dass wir bestens qualifizierte Mitarbeiter haben, auf die wir uns im immer härter werdenden internationalen Wettbewerb verlassen können.
Für die exportorientierte Vorarlberger Wirtschaft ist eine funktionierende Infrastruktur ein entscheidender Faktor. Die dringend benötigte hochrangige Straßenverbindung in die Schweiz ist zwar noch nicht gebaut, doch der Abschluss des konsensorientierten Planungsverfahrens und den nun erfolgte Startschuss für die konkrete Planung lässt hoffen – die verkehrsgeplagten Bürger im betroffenen Gebiet ebenso wie für die Betriebe, die auf eine effiziente Transportlogistik angewiesen sind. Für’s nächste Jahr bleibt aber noch genug zu tun: Der Güterbahnhof Wolfurt genügt längst nicht mehr den aktuellen Anforderungen - wir brauchen eine Erweiterung der Kapazitäten – auch um das umweltfreundliche Transportmittel Bahn noch intensiver nutzen zu können.
Stichwort Energie: 2011 wurden entscheidende Schritte gesetzt, um in Vorarlberg die Unabhängigkeit von umweltschädlichen Energieformen zu erreichen. Die Unternehmen machen schon seit Jahren ihre Hausaufgaben – schließlich sind die hohen Energiepreise auch ein Wirtschaftsfaktor. Die Mitarbeit der Wirtschaft an den geplanten Maßnahmen garantiert auch, dass die Ziele realistisch bleiben und auch erreicht werden können. Erst vor Kurzem konnten wir noch einen ganz wichtigen Erfolg erzielen: Die Schwellenwerteverordnung, die Bundeskanzler Faymann zu kippen drohte, wurde verlängert. Die öffentlichen Bauträger können also weiterhin für Aufträge Firmen aus der Region beschäftigen. Das ist gelebte Nachhaltigkeit, die Arbeitsplätze schafft und Geld in die Gemeindekassen bringt. Ein positives Signal zum Jahreswechsel.



