Vorarlberg
 
Mitglied werden
Ihr Bundesland
Wirtschaftsbund
Vorarlberg

Es gibt genug zu tun!

Österreich steht vor einer richtungsweisenden Wahl, nach der es letztlich darum geht, unser Land wieder zukunftsfit zu machen. Während viele unserer Nachbarländer und Mitbewerber wie Deutschland oder Ungarn laut einer WIFO-Studie ihre Lohnnebenkosten deutlich gesenkt haben, wird bei uns von manchen Gruppierungen über neue Belastungen für Arbeitgeber und Arbeitnehmer nachgedacht.

Jetzt, knapp vor der Wahl, nehmen viele das Wort Entlastung etwas zu leichtsinnig in den Mund. Wie ehrlich das gemeint ist, wird sich nach dem 15. Oktober zeigen.

Was sehr befremdlich stimmt, ist die Art wie aktuell das parlamentarische Thema zur Angleichung von Arbeitern und Angestellten noch rasch vor den Wahlen durchgeboxt werden soll. Eine derart wichtige Materie drei Tage vor dem 15. Oktober, ohne öffentliche Debatte und ohne Einbeziehung der Betroffenen, sprich der Unternehmer, beschließen zu wollen, ist höchst fahrlässig.

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Ja zu einer Harmonisierung zwischen Arbeitern und Angestellten. Das ist zeitgemäß. Ja zu einem einheitlichen Arbeitnehmerbegriff. Ja zur Reduktion auf einen Kollektivvertrag und ja zu einem damit verbundenen Bürokratieabbau. Es wäre nämlich völlig unsinnig, gleiche Rahmenbedingungen für Arbeiter und Angestellte zu schaffen, diese aber in jeweils anderen Gesetzen zu regeln. Für beide müssten die gleichen gesetzlichen Bestimmungen gelten. Eine bloße Nivellierung in allen Bereichen zwischen Arbeitern und Angestellten nach oben ist da sicher nicht intelligent. Also ein klares "Nein" zu dieser Hauruck-Aktion. All das muss wohlüberlegt passieren, nicht als schnelles Wahlzuckerl für ein Klientel. Wahlzuckerl auf Steuerzahlerkosten sind teuer und gefährlich. Und Wahlzuckerl auf Kosten der Wirtschaft sind um nichts besser. Im Gegenteil: Sie gefährden viele Arbeitsplätze.

Denn genau diese Betriebe, auf deren Kosten man hier politisches Kleingeld machen möchte, sind jene, die Beschäftigung schaffen in unserem Land. Wer ihnen sinkende Lohnnebenkosten verspricht, aber in Wahrheit neue Belastungen und zusätzliche Kosten umhängen will, sorgt nicht nur für Ärger und Unmut, sondern gefährdet unseren Wirtschaftsstandort.

Stattdessen sollten sich die Damen und Herren lieber der Senkung der Abgaben und Belastungen widmen. Oder sich endlich an die so dringend notwendige Arbeitszeitflexibilisierung heranwagen. Wie wäre es mit weiteren Strategien zur Digitalisierung, einem flächendeckenden Ausbau eines 100 Mbit-Breitbandnetzes oder einer praxisgerechteren Mangelberufsliste, die die regionalen Arbeitsmarktgegebenheiten stärker berücksichtigt? Es gibt genug zu tun!

Bilder


WB-Obmann Hans Peter Metzler