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Duale Ausbildung stärken – Fachkräftemangel bewältigen

Gemeinsames Maßnahmenpaket von WK Vorarlberg, AK Vorarlberg und Land Vorarlberg.

Die Faktenlage ist eindeutig: Laut EY- Mittelstandsbarometer (Ernst & Young Global Limited) haben rund drei Viertel der Unternehmen und damit mehr als je zuvor Probleme, geeignete Fachkräfte für offene Stellen zu finden. Fast jeder zweite Betrieb kann derzeit Positionen in der Produktion nicht mit geeigneten Mitarbeitern besetzen. Handwerk und Gewerbe sowie der Industrie fehlen in Vorarlberg weit über 1.000 Fachkräfte. Und obwohl die Beschäftigung steigt, gibt es mehr offene Stellen. Mehr als jedes zweite Unternehmen beklagt derzeit Umsatzeinbußen wegen des Mangels an Fachkräften.

Im Mittelpunkt steht nicht das Reden, sondern das Tun
„Wenn es die Situation erfordert, müssen wir in Vorarlberg neue Wege auch alleine gehen können“ – das sagten die Präsidenten der Wirtschafts- und der Arbeiterkammer Vorarlberg, Hans Peter Metzler und Hubert Hämmerle, vor einem Jahr bei ihrem Schulterschluss im Kampf gegen den Facharbeitermangel. Mit einem zehn Punkte umfassenden Maßnahmenpaket, das von Wirtschafts- und Arbeiterkammer sowie dem Land Vorarlberg getragen wird, soll die duale Ausbildung in Vorarlberg weiter gestärkt werden. Defizite der Lehranfänger werden kompensiert, neue Qualitätsstandards gesetzt und die Lehre als Bildungsweg attraktiv gemacht. Die Branchen, in denen heute Spitzenkräfte ausgebildet werden, weisen den Weg, indem sie die Fachkräfte beständig sowohl innerbetrieblich als auch akademisch weiterbilden. Diesen Weg muss man konsequent fortsetzen.

Ländle soll „Hotspot der Lehre“ werden
Der Facharbeitermangel ist augenscheinlich ein Hemmschuh für das Wachstum. Deshalb braucht die duale Ausbildung eine Frischzellenkur. Das System muss hoch attraktiv, exibel, offen und nach oben durchlässig sein. Das erklärte gemeinsame Ziel von WK-Präsident Hans Peter Metzler, AK-Präsident Hubert Hämmerle und Landesstatthalter Karlheinz Rüdisser: Vorarlberg soll bis 2025 der „Hotspot der Lehre“ sein. Der Ort, zu dem alle pilgern, um zu erfahren, wie es möglich ist, dass sechs von zehn Jugendlichen eines Jahrgangs eine Fachausbildung machen.

„Die berufliche Ausbildung, wie Lehre oder auch duales Studium, wird weit unter ihrem Wert geschlagen, daher müssen wir intensiv daran arbeiten, das vorhandene Bild bei den Eltern und Jugendlichen endlich zu korrigieren“, sagt WK-Präsident Metzler. Um das Image der Lehrausbildung zu verbessern, bedarf es eines Bündels an Maßnahmen. Dazu zählt unter anderem die verpflichtende Einführung einer Berufsorientierung auch an den AHS.

Und schließlich wurde eine digitale Kommunikationsplattform für die Lehre (www.lehre-vorarlberg.at) geschaffen. Diese Plattform als Zugang zu allen Informationen rund um das Thema Lehre beendet sich bereits im Testbetrieb. „Das Ziel ist es, die Lehrausbildung als hochwertige und chancenreiche Ausbildung zu positionieren und zielgruppengerecht zu bewerben“, erklärt LSth. Karlheinz Rüdisser.

Drei Säulen, zehn Punkte

Erarbeitet wurde von den beiden Sozialpartnern ein umfassendes Maßnahmenpaket, das auf drei Säulen ruht:

Säule 1: Defizite der Lehranfänger kompensieren
  • Mehr Zusatzangebote für Lehrling
  • Polytechnische Schulen in ihrer Funktion als Zubringerschule stärken
  • Pilotprojekt für zweijährige Lehre

Säule 2: Qualtitätsstandards in der Lehrausbildung setzen
  • Steigerung der Ausbildungsqualtität
  • Qualitätsmanagement der Lehrausbildung stärken
  • Kompetenzchecks für Lehrlinge als Qualitätssicherungsinstrument

Säule 3: Lehre als Bildungsweg attraktiv machen
  • Umfassende Berufsorientierung an allen Schulen
  • Ausbau des Angebots von „Lehre und BMS“
  • Ausbau des Angebots von „Lehre und Matura“

Bilder


Foto: Bernd Hofmeister
Fensterbauer Andreas Böhler, WK-Präsident Hans-Peter Metzler und AK-Präsident Hubert Hämmerle