19.03.2010
Und täglich grüßt das Murmeltier – ganz nach diesem Motto geht die AK alljährlich mit ihrer "Lage der Arbeitnehmer" an die Öffentlichkeit. Eines ist dabei fix: Egal ob Hochkonjunktur oder Krise, die Befunde der AK schwelgen stets in tiefem Dunkelgrau und lassen kein gutes Haar am Standort Tirol. "Zum Glück bescheinigen uns nationale und EU-weite Studien hohe Stabilität und Top-Beschäftigungsquoten, also das komplette Gegenteil", kontert Wirtschaftsbund-Landesobmann Jürgen Bodenseer, "die AK listet Problemfälle auf und tut so, als ob diese einseitige Darstellung repräsentativ für den Tiroler Arbeitsmarkt wäre."
Ignoriert wird seitens der AK nicht nur die jüngste Feststellung seitens des AMS, dass der Anstieg der Arbeitslosen rückläufig ist und wieder "eine größere Nachfrage der Unternehmen nach Arbeitskräften vorliegt" – auch alle statistischen Grundregeln werden missachtet. Die AK schert alles über den statistischen Durchschnittskamm und belegt ihre Forderungen mit – zugegeben tragischen aber nicht verallgemeinerbaren – Einzelfällen aus ihrem Unterstützungsfonds.
Zudem bleiben in den Aussagen der AK wesentliche Tiroler Besonderheiten unberücksichtigt: Erstens weist Tirol einen überdurchschnittlichen Anteil an Saisonkräften auf; zweitens können die vielen Klein- und Mittelunternehmen nicht das Gehaltsniveau von Großkonzernen bieten - wohl aber eine hohe Arbeitsplatzsicherheit; drittens gibt es in Tirol einen hohen Anteil von Personen, die Arbeitnehmer und Arbeitgeber zugleich sind. "Anstatt alljährlich mit Gewalt Tirol schlecht zu reden, sollten Arbeitgeber und Arbeitnehmer an einem Strang ziehen. Tirol kann nur im Team weiterhin erfolgreich sein", so Jürgen Bodenseer.
Dieses Jahr fordert die AK übrigens einmal mehr die Anhebung der Mindestlöhne – ohne sich zur fragen, woher die Betriebe das nötige Geld dafür hernehmen sollen. Und die AK lässt in diesem Zusammenhang natürlich auch unerwähnt, dass in vielen Fällen die tatsächlich ausbezahlten Löhne weit über dem Kollektivvertrag liegen.
Josefitag:
AK-Stimmungsmache mit einseitigen Darstellungen
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