Bodenseer: "Die Kursichtigkeit der Wiener Politiker ist besorgniserregend."
Seit Jahrzehnten wird über den BBT diskutiert und erfolgen Zusagen seitens der Politik - die wiederholt nicht eingehalten werden. Die aktuelle Entscheidung der Bundesregierung, den Bau des BBT erneut um ein Jahr aufzuschieben, ist ein fatales Signal, erklärt Bundesrätin Anneliese Junker. "Es gibt längst klare zwischenstaatliche Vereinbarungen, für Planung und Erkundungsstollen wurden bereits Millionen aufgewendet. Die Bundesregierung gefährdet mit ihrer zögerlichen Haltung das gesamte Projekt und riskiert, dass die bisher investierten Steuergelder umsonst aufgewendet wurden", so die Bundesrätin und WB-Bezirksobfrau in Innsbruck-Land. "Selbstverständlich werde ich bei der Blockade der Wipptaler Bürgermeister am Freitag mit dabei sein – das ist eine absolut verständliche Notwehrmaßnahme von enttäuschten Regionalpolitikern, die sich auf die bisherigen Zusagen verlassen haben", erklärt Junker. Gerade für die Lebensqualität im Wipptal ist der Bau des BBT unumgänglich.Auch Landesobmann Jürgen Bodenseer versteht die kurzsichtige Haltung der Bundesregierung nicht. "Es handelt sich um ein Infrastrukturprojekt, dessen zeitliche Dimensionen über Jahrzehnte gehen und dessen räumliche Dimensionen ganz Europa betreffen. Ein derartiges Bauprojekt darf nicht von kurzfristigen konjunkturellen Schwankungen abhängig gemacht werden!" fordert der Landesobmann. "Der BBT darf nicht zum Tunnel, der vielleicht einmal nicht gebaut wird, verkommen. Man bricht ein begonnenes UNI-Studium auch nicht wegen eines Schnupfens ab. Langfristig nachhaltig denken darf nicht nur das Vokabular von Sonntagsreden sein. Noch haben wir die EU an unserer Seite – lang wird Brüssel jedoch nicht zuschauen, wie wir uns unser eigenes Projekt abgraben", gibt Bodenseer zu bedenken.
Bildnachweis: msr Electronic



