Im Vorfeld der Metaller-Lohnverhandlungen tauchen erste Forderungen der Gewerkschaft auf: Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich. Wirtschaftsbund-Landesobmann Jürgen Bodenseer fordert die Arbeitnehmerseite auf, am Boden der Realität zu bleiben: "Wir verzeichnen derzeit einen zarten Aufschwung, der durch überzogene Vorstellungen seitens der Arbeitnehmerseite nicht gefährdet werden darf", erklärt Bodenseer. "Wer in einer Lage wie dieser Arbeitszeitkürzungen bei vollem Lohnausgleich fordert, lässt jedes Augenmaß und Verantwortungsbewusstsein vermissen", so der WB-Landesobmann und WK-Präsident.
Arbeitszeitverkürzungen bei vollem Lohnausgleich sind de facto Lohnerhöhungen – "die Gewerkschaft hat aber noch nicht erklärt, woher die Unternehmen diese Mittel nehmen sollen." Auch die Vorstellung, dass damit die verbleibende Arbeitszeit auf neue Mitarbeiter verteilt wird, funktioniert in der Praxis nicht – wie auch Experten bestätigen. Derartige Rechenspiele gelingen vielleicht am Reißbrett - in der vor allem durch mittelständische Betriebe geprägten Unternehmenslandschaft lassen sich diese Effekte nicht umsetzen. Wir haben es im Umverteilungsparadies Österreich offensichtlich schon lange vergessen: Es kann nicht mehr verteilt werden als da ist!""Alle volkswirtschaftlichen Parameter weisen derzeit darauf hin, dass wir mit unseren gesamten Rahmenbedingungen – von der Umverteilung bis hin zur Abgabenquote – am Limit sind. Wer jetzt das Retro-Signal 'Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich' fordert, hat die Zeichen der Zeit nicht verstanden und gefährdet Arbeitsplätze anstatt sie zu sichern", so Jürgen Bodenseer, "was wir zur Erhaltung unserer Wettbewerbsfähigkeit dringend brauchen, ist eine Flexibilisierung und nicht eine Kürzung der Arbeitszeiten."
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