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Bewerbungsgespräche sind unentbehrlich

30.08.2010  

Die AK setzt in der Lehrlingsfrage auf blanken Populismus. "Bewerbungsgespräche sind keine Castings, sondern im Interesse beider Seiten unentbehrlich", erklärt WB-Landesgeschäftsführer Helmut Kern. Zudem ist die Ausbildung von Jugendlichen kein Solo für die Betriebe, sondern liegt in der Gesamtverantwortung von Eltern, Schule und Lehrbetrieb.

Erwin Zangerl hat heute Bewerbungsgespräche bei Lehrlingen abfällig als "Castingwahnsinn" abgestempelt. Damit stellt Zangerl eine Notwendigkeit und Selbstverständlichkeit im Arbeitsleben in Frage: "Persönliche Gespräche mit Bewerbern sind bei Lehrlingen genau so unentbehrlich wie bei allen anderen Stellenbewerbungen", so Helmut Kern, "dabei schaut niemand auf Körpergröße oder ein Zeugnis mit lauter Einsern – diese Aussage von Zangerl ist populistisch und völlig lächerlich." Beim Bewerbungsgespräch sehen sich die Ausbildungsbetriebe alle Qualitäten in Summe an und versuchen vor allem, Fähigkeiten und Neigungen des Jugendlichen abzuklären." Es nütze niemandem, wenn etwa ein Lehrling als Bürokaufmann übernommen wird, dessen Stärken jedoch auf handwerklichem Gebiet liegen. "Bewerbungsgespräche sind dazu da, um diese grundsätzliche Weichenstellung zu hinterfragen. Wenn der AK-Chef meint, darauf verzichten zu können, lebt er fernab der Realität und tut damit weder dem Lehrbetrieb noch dem Lehrling etwas Gutes", erklärt Kern.

"Zudem greift der AK-Präsident mit seiner Aussage die Tiroler Betriebe an und verlangt von ihnen eine Gesamtverantwortung, die sie nicht alleine übernehmen können. Die Ausbildung von Lehrlingen kann nur im Zusammenspiel von Elternhaus, Schule und den Unternehmen geschehen. Es ist nicht Aufgabe der Tiroler Betriebe, im Alleingang grobe Versäumnisse in Rechnen und Schreiben sowie bei den Umgangsformen nachzuholen", erklärt Wirtschaftsbund-Landesgeschäftsführer Helmut Kern.

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