In den nächsten zehn Jahren stehen zwischen 5.000 bis 6.000 kleine und mittlere Betriebe zur Übergabe an. "Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten können wir es uns nicht leisten, auf dieses Potenzial zu verzichten", erklärt Landesobmann Jürgen Bodenseer. Es gehe darum, die Rahmenbedingungen für Übergaben zu verbessern. Dazu gehören die Abschaffung der Doppelzahlung bei der Kreditgebühr, die Einführung eines abschreibbaren Beteiligungsfreibetrags sowie Abschreibungen für Anfangsinvestitionen. Vor allem dürfen den Übernehmern nicht überzogene behördliche Prügel vor die Füße geworfen werden, wie das vor allem bei Betriebsanlagengenehmigungen in einigen Bezirken der Fall sei.
Reformbedarf: Kreditvertragsgebühr, Beteiligungsfreibetrag, Anfangsinvestitionen"Ein Relikt, das endlich weg gehört, ist die Kreditgebühr, die bei Übernahmen doppelt anfällt", so Bodenseer. Derzeit zahlt der Übernehmer diese Gebühr ein zweites Mal – was nicht nachvollziehbar ist. "Josef Pröll hat die Abschaffung bereits zugesagt – die Wirtschaft zählt darauf, dass der Finanzminister Wort hält und dieses Relikt endlich der Vergangenheit angehört", so Bodenseer. Weiters geht es um die Einführung eines Beteiligungsfreibetrags zur steuerlichen Begünstigung von Privatinvestitionen in Unternehmen, der bei 50.000 Euro liegen sollte. Auch die Abschreibungsmöglichkeiten für die Anfangsinvestitionen durch Übernehmer sollten erweitert werden – schließlich werden mit der Weiterführung des Betriebs bestehende Arbeitsplätze gesichert.
Betriebsanlagengenehmigungen entbürokratisieren
"Wenn wir das in Betriebsübergaben steckende Potenzial nutzen wollen, müssen wir die Rahmenbedingungen dafür verbessern. Die Bürokratie zeigt sich hier oft als wahrer Bremsklotz", so Wirtschaftsbund-Landesobmann Jürgen Bodenseer. In vielen Fällen wird die Erteilung der Betriebsanlagengenehmigung an den Übernehmer mit umfassenden Auflagen verknüpft – was in Altbauten oft einem Totalumbau gleichkommt", so Bodenseer. Kein Wunder, dass es Fälle gibt, in denen die junge Generation es ablehnt, mit derartig ausufernden Belastungen ins Unternehmerleben zu starten. Das führt nicht selten dazu, dass intakte Betriebe geschlossen werden. "Natürlich müssen wesentliche Sicherheitsaspekte beachtet werden, es braucht aber entsprechendes Augenmaß seitens der Behörden."
"Wenn es uns gelingt, die zur Übergabe anstehenden Betriebe erfolgreich an neue Besitzer zu übertragen, dann bleiben in unserem Land über 40.000 Arbeitsplätze gesichert", so Bodenseer.
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