Am 29. September fand das diesjährige Unternehmerinnen-Forum in Amstetten statt. Wirtschaftskammer-Präsidentin und Wirtschaftsbund-Obfrau Sonja Zwazl konnte mehr als 800 Chefinnen begrüßen. Zukunftsforscher Mag. Andreas Reiter sprach über den „Female Swing“ in der Wirtschaft.
Überalterung der Bevölkerung, Bildungsdebatte und Migration: Angesichts dieser Herausforderungen könne es sich unsere Gesellschaft gar nicht leisten, auf brachliegende Ressourcen zu verzichten, meinte Zukunftsforscher Andreas Reiter. Es sei schlicht und einfach volkswirtschaftlicher Unsinn, wenn sich gut ausgebildete Frauen auf ein Hausfrauen-Dasein beschränken. Für die Arbeitswelt und die Firmenkultur könne es nur von Vorteil sein, wenn auch Frauen das Steuer in die Hand nehmen. „Chefinnen haben einen anderen Führungsstil als Männer“, weiß Reiter. „Dieser zeichnet sich durch eine ganzheitlichere Sichtweise aus. Frauen sind die neuen ‚Role models‘.“„Female Swing“ auf dem Vormarsch
Als Antreiber für den gesellschaftlichen Wandel spielen Frauen in der Wirtschaft eine zunehmend wichtigere Rolle. Der „Female Swing“ ist in der blaugelben Wirtschaft unaufhaltsam auf dem Vormarsch. Das beweist der jährliche steigende Frauenanteil bei Neugründungen: Es sind mittlerweile 42 Prozent, das ist deutlich über dem Bundesschnitt von 40,6 Prozent. In Niederösterreich gibt es derzeit mehr als 23.000 Unternehmerinnen, jeden dritten Betrieb im Land führt eine Frau. Jeder fünfte Mitarbeiter arbeitet in einem Unternehmen, das von einer Frau geleitet wird.
Keine Schuldkomplexe
„Familie und Unternehmen unter einen Hut zu bringen ist schwierig, aber machbar. Wir zeigen immer wieder Lösungswege auf“, so Monique Weinmann, Landesvorsitzende von „Frau in der Wirtschaft“, dem größten Unternehmerinnen-Netzwerk des Landes. So hat etwa Sonja Zwazl die „Betriebshilfe für UnternehmerInnen“ oder die WIFI-Kindergärten ins Leben gerufen. So wie Andreas Reiter hält auch sie tradierte weibliche Rollenbilder für überholt. Sonja Zwazl rät Frauen, bloß keine Schuldkomplexe zu haben, wenn man einmal keine Zeit für Familie oder Kinder habe: „Gemeinsam lassen sich Probleme viel besser lösen – in einer Partnerschaft sind auch die Männer gefordert.“
Foto: WKNÖ/Kraus



