In Niederösterreich gab es nach 6.664 Gründungen im Jahr 2009 im Vorjahr mit 7.400 Neugründungen ein Plus von 11 Prozent (inklusive Personenbetreuer). Damit entfällt jede fünfte österreichweite Neugründung auf Niederösterreich. Bereinigt um die Personenbetreuer waren es 5.865 Gründungen (Jahr 2009: 5.633).
Sonja Zwazl, Präsidentin der Wirtschaftskammer Niederösterreich (WKNÖ) und Thomas Hagmann, Landesvorsitzender der Jungen Wirtschaft (JW), präsentierten am 20. Jänner die Gründerbilanz 2010. „Das ist ein deutliches Signal für die Lebendigkeit unseres Wirtschaftsstandorts“, freute sich Sonja Zwazl: Jedes neue Unternehmen steht für Aufschwung und Zuversicht sowie für Arbeitsplätze. Denn im Schnitt schafft jeder neue Betrieb entweder direkt oder über Vorleistungs-Verflechtungen und Kaufkraft-Effekte rund fünf Arbeitsplätze (inklusive der jeweiligen Unternehmerin bzw. des jeweiligen Unternehmers). Das zeigt eine Studie von Prof. Gottfried Haber vom Volkswirtschaftlichen Institut der Universität Klagenfurt.Frauen in der Mehrheit
Der Frauenanteil bei den Gründungen liegt landesweit bei knapp 58 Prozent, der Österreich-Schnitt bei 53 Prozent. Insgesamt zählt die WKNÖ derzeit 80.423 Unternehmen zu ihren aktiven Mitgliedern. Ende 2009 waren es 76.649. Am meisten verbreitet ist das Einzelunternehmen: Mehr als vier von fünf Jungunternehmerinnen und -unternehmern wählten diese Rechtsform. Danach folgt die GmbH. Niederösterreichs Gründerinnen und Gründer beweisen aber auch Durchhaltevermögen: Fünf Jahre nach Gründung bestehen noch 72 Prozent der Unternehmen.
Traditionell entfallen die meisten Gründungen auf die Sparte Gewerbe und Handwerk (56 Prozent). Rund 18 Prozent sind im Handel tätig. Die Sparte Information & Consulting rangiert mit 16 Prozent auf Platz drei, gefolgt von der Tourismus- & Freizeitwirtschaft (6 Prozent) sowie der Sparte Transport & Verkehr (3 Prozent).
Junge Wirtschaft fordert Freibetrag
Gerade Jungunternehmer benötigen Startkapital. Deshalb fordert Thomas Hagmann die Schaffung eines Kapital-Freibetrages in der Höhe von 50.000 Euro für Investitionen in junge Unternehmen, verteilt auf den Zeitraum von fünf Jahren.
Weiters verlangt die JW unter anderem die Abschaffung der Veröffentlichungspflichten in der Wiener Zeitung. Bei der Förderung für den ersten Arbeitsplatz in einem Ein-Personen-Unternehmen soll die Altersgrenze von derzeit 30 Jahren angehoben werden.
Bundestagung in Niederösterreich
Die nächste Bundestagung der JW Österreich findet St. Pölten statt. Am 16. und 17. September heißt das Motto: innovativ.nachhaltig.authentisch. Rund 1.000 Gäste werden erwartet. Trendforscher Matthias Horx, Erfolgstrainer Jörg Löhr, Sonnentor-Chef Johannes Gutmann sowie Olympiasieger und Weltmeister Stephan Eberharter sind als Vortragende bereits fix.
Foto: WKNÖ/Brunner


