Niederösterreichs Gründerinnen und Gründer setzen auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten voll auf ihre unternehmerische Kraft: Im Jahr 2009 wurden in NÖ 5664 Gründungen registriert, nur 155 weniger als im Vorjahr.
Mit 5664 Gründungen liegt das Jahr 2009 noch um 1,5 Prozent über dem Schnitt der vergangenen 10 Jahre. „Wir können also mit Fug und Recht von einer nach wie vor steigenden Tendenz reden und bleiben bei den Gründungen in NÖ auf sehr hohem Niveau“, sagte WB-Landesgruppenobfrau Präsidentin Sonja Zwazl. Sie spricht von einer „optimistischen Antwort“ der heimischen Jungunternehmer auf so manches Krisengerede. „Unsere Gründerinnen und Gründer sagen ‚Ja’ zu einer positiven Zukunft!“In Niederösterreich haben in den letzten fünf Jahren insgesamt an die 30.000 Unternehmen das Licht der Wirtschaftswelt erblickt. Österreichweit steht jedes fünfte Start-Up auf blau-gelbem Boden. In ganz Österreich wurden im Vorjahr 29.051 neue Firmen gegründet. Besonders erfreut ist Sonja Zwazl über die Tatsache, dass NÖ bei den Gründungen einen der höchsten Frauen-Anteile hat: Während der Österreich-Durchschnitt bei 40,6 Prozent liegt, macht der Anteil der blau-gelben Gründerinnen 42 Prozent aus. Traditionellerweise gehören die meisten „jungen“ Unternehmen in NÖ zur Sparte Gewerbe und Handwerk. Dort findet sich über ein Drittel (34,8 %) aller neuen blau-gelben Unternehmen.
Die heimischen Gründerinnen und Gründer haben solides Standvermögen: Drei Jahre nach der Gründung bestehen noch vier von fünf Unternehmen, nach fünf Jahren sind es 70 Prozent. Besonders stabil zeigen sich dabei unsere Betriebsnachfolger, erklärt Mag. Thomas Hagmann, Vorsitzender der Jungen Wirtschaft Niederösterreich. Die Nachfolger seien ein wichtiger Wirtschaftsfaktor: „In den nächsten Jahren (bis 2018) warten 8500 niederösterreichische Firmen auf Übernehmer. Wir sprechen hier von rund 75.000 Arbeitsplätzen!“
Laut einer Studie der KMU Forschung Austria werden übrigens rund die Hälfte aller Betriebe innerhalb der Familie übergeben. 2002 waren es noch zwei Drittel gewesen.
Forderungen der Jungen Wirtschaft
Weil das kalte Wasser, in das jeder Gründer springen muss, derzeit besonders „frisch“ ist, fordert die Junge Wirtschaft ein Bündel an Maßnahmen, das als „Schutzanzug“ wirken soll. So zum Beispiel:
Umsetzung der 10.000 Euro - GmbH
Eine Lösung dieser Frage - Senkung der Stammkapitaleinlage zur Gründung einer GmbH auf 10.000 Euro - ist mit der Justizministerin schon abgesprochen, „die Reform ist angekündigt“, so Hagmann, „sie muss jetzt rasch umgesetzt werden.
50.000 Euro Kapitalfreibetrag
Weil insbesondere junge Unternehmen am Start frisches Kapital benötigen, fordert die Junge Wirtschaft die Schaffung eines Kapitalfreibetrages in der Höhe von 50.000 Euro für Investitionen in junge Unternehmen - „verteilt auf den Zeitraum von fünf Jahren“, so Hagmann. „Investitionen in Österreich sollen damit belohnt werden“, verweist er auf die Devise: „Berndorf statt Bermudas“.
Sicherheit für Schnellstarter
Die Junge Wirtschaft fordert im Sinne der Gründer-Förderung auch ein, dass Gründern, die sich direkt nach der Ausbildung (an einer Uni, Fachhochschule oder HTL) selbständig machen wollen, mehr Sicherheit geboten wird. Konkret geht es um eine Arbeitslosenversicherung zum halben Beitrag in den ersten beiden Jahren nach der Gründung. Hagmann: Ansonsten ist nur jemand gegen Arbeitslosigkeit versichert, wenn er vorher 3 Jahre unselbständig beschäftigt war.
Forderung nach Generationenpartnerschaft
Im gesellschaftspolitischen Bereich fordert die junge Wirtschaft mehr Mitsprache. Hagmann. „Wir wollen eine Generationen-Partnerschaft und nicht eine Generationen-Patenschaft, wie wir sie jetzt haben.“ Ganz konkret will die Junge Wirtschaft bei Pensionsverhandlungen mit an den Verhandlungstisch, denn: „Wer künftig zahlen soll, muss bei der Entscheidung mitreden können.“



