Die Zahl der Lehrstellen ist aufgrund geeigneter Initiativen und Maßnahmen der Bundesregierung und durch das Engagement der Unternehmer in der Fachkräfteausbildung erstmals seit Ende der 90er-Jahre wieder deutlich angestiegen.
Im europäischen Vergleich liegt Österreich mit einer Jugendarbeitslosenquote nach EUROSTAT nach einer Abfrage vom 01.10.2009 bei 4,7 %. Österreich liegt damit gemeinsam mit den Niederlanden im Spitzenfeld der Europäischen Union.
Bereits umgesetzt
Beschäftigungspaket für Österreichs Jugend
Bei den Lehrlingen kommt es zu einer größeren Flexibilität bei der Lösung von Lehrverträgen und einer bedarfsgerechten Lehrlingsförderung als Antwort auf den Fachkräftemangel.
Bei diesem neuen Fördersystem tritt anstelle der bisher für jedes Lehrverhältnis gewährten einheitlichen Lehrlingsausbildungsprämie eine differenzierte bedarfsgerechte Basisförderung in der Höhe der tatsächlich bezahlten kollektivvertraglichen Lehrlingsentschädigung.
Insgesamt stehen 265 Mio. Euro jährlich für die Ausbildungsbetriebe zur Verfügung. Die Förderung sieht nach Lehrjahren gestaffelte Beihilfensätze vor:
- 1. Lehrjahr – die Förderung beträgt drei Lehrlingsentschädigungen
- 2. Lehrjahr – die Förderung beträgt zwei Lehrlingsentschädigungen
- 3. Lehrjahr – die Förderung beträgt eine Lehrlingsentschädigung
- 4. Lehrjahr – die Förderung beträgt eine Lehrlingsentschädigung
Blum-Bonus II – zusätzlich betriebliche Förderung
Neben der Basisförderung besteht die Möglichkeit einer betrieblichen
Förderung zur Schaffung von zusätzlichen Lehrstellen und zur Steigerung
der Qualität in der Lehrlingsausbildung.
Ausbau der Bildungsberatung und Berufsorientierung
Jeder Schüler und jede Schülerin soll das ideale Angebot für seine
Begabungen und Talente wählen und dafür bestmöglich vorbereitet werden.
Ausbildungsgarantie für Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr
Die Ausbildungsgarantie ermöglicht es allen Jugendlichen bis zum
18. Lebensjahr den von ihnen gewünschten Bildungs- und Berufs-Weg
einzuschlagen.
Lehre & Reifeprüfung – „Berufsmatura“
Stärkung des Erfolgsmodells der dualen Ausbildung durch die Möglichkeit die Berufsreifeprüfung schon während der Berufsschulzeit zu absolvieren. Die Einführung einer Bundesweiten „Berufsmatura“ ab Herbst 2008 erhöht die Attraktivität der Lehre, steigert die Chancen auf Höherqualifizierung nach Abschluss der Lehre und ist ein wichtiger Beitrag zur Erhöhung der sozialen Durchlässigkeit des Bildungssystems.
Neue bzw. modernisierte Lehrberufe
Neben einer ständigen Aktualisierung und Modernisierung der bestehenden Lehrberufe konnten neue Lehrberufe z. B. Seilbahnfachmann/ frau, Pharmatechnologie, Lebensmitteltechnik geschaffen werden. Durch diese neuen Lehrberufe wird den Wünschen weiterer Wirtschaftsbranchen Rechnung getragen und die Möglichkeit gegeben, das für die Aufrechterhaltung ihrer wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit erforderliche Fachkräftepotential auszubilden.
Neue modulare Lehrberufe
Die ersten zwei Lehrberufe in Modulform (Werkstofftechnik und Installations- und Gebäudetechnik) können ab 1. Juli 2008 ausgebildet werden. Diese neuen Lehrberufe ermöglichen Unternehmen eine noch praxisnähere und flexiblere Gestaltung der Lehrlingsausbildung.
Integrative Lehrausbildung
Die integrative Berufsausbildung für Personen, die in sozialer, begabungsmäßiger oder körperlicher Hinsicht benachteiligt sind, wird gut angenommen. Zwei Drittel davon werden in Unternehmen ausgebildet. Sozialpartner-Projekt „Der Jugend eine Chance“ als wegweisende
Unterstützungsmaßnahme für Jugendliche
Jedem langzeitarbeitslosen Jugendlichen wird ein eigener Coach beigestellt, der die Fähigkeiten und die Persönlichkeit des Jugendlichen einschätzen kann und rasch einschätzen kann, für welche Berufsfelder und Positionen sein „Schützling“ geeignet ist. Da die jugendlichen Projektteilnehmer zum Teil aus einem schwierigen familiären Umfeld kommen, finden sie in ihrem Coach eine Vertrauensperson die gleichzeitig über gute Kontakte zu den regional ansässigen Unternehmen verfügt. Die Betreuung durch den Coach endet nicht mit einer erfolgreichen Vermittlung auf einen Arbeitsplatz, sondern erstreckt sich über weitere vier Monate, um das Beschäftigungsverhältnis zu stabilisieren. Dieses erfolgreiche Projekt wurde in den regulären Aufgabenbereich des AMS übernommen.
Überbetriebliche Ausbildungsplätze
Zur Realisierung der umfassenden Arbeitsmarktintegration in Verbindung mit einer Ausbildungsgarantie für Jugendliche bis 18 Jahre wird ein einheitlicher Ausbildungstypus für die Ausbildung außerhalb von Wirtschaftsunternehmen geschaffen.



